Bundesliga 2001/02, 27. Spieltag
16:15 - 45. Spielminute

Tor 0:1
Klimowicz
Kopfball
Vorbereitung Ponte
Wolfsburg

16:34 - 47. Spielminute

Gelbe Karte
Romeo
HSV

16:37 - 51. Spielminute

Gelbe Karte
Cardoso
HSV

16:39 - 53. Spielminute

Spielerwechsel
Meijer
für Hollerbach
HSV

16:44 - 55. Spielminute

Rote Karte
Franz
Wolfsburg

16:46 - 58. Spielminute

Spielerwechsel
Kryger
für Petrov
Wolfsburg

16:44 - 61. Spielminute

Spielerwechsel
Ketelaer
für Hertzsch
HSV

16:55 - 67. Spielminute

Tor 1:1
Barbarez
Linksschuss
Vorbereitung Meijer
HSV

17:02 - 75. Spielminute

Spielerwechsel
Antar
für Barbarez
HSV

17:03 - 76. Spielminute

Spielerwechsel
Kühbauer
für Munteanu
Wolfsburg

17:03 - 76. Spielminute

Spielerwechsel
H. Sarpei
für Ponte
Wolfsburg

17:16 - 89. Spielminute

Gelbe Karte
Akonnor
Wolfsburg

HSV

WOB

27. Spieltag, Hamburger SV - VfL Wolfsburg 1:1 (0:1)

Ein Unentschieden, das keinem hilft

Ohne „Berlin-Versager“ Jörg Albertz und den Gelb-Rot-gesperrten Benjamin nahm HSV-Trainer Kurt Jara das Projekt Wiedergutmachung in Angriff. Vergessen sei nicht möglich, das 0:6 von Berlin „in den Hintergrund rücken“ lautete daher Jaras Forderung an seine Mannschaft. Zwar nur auf zwei Positionen verändert (Cardoso für Antar, Barbarez für Albertz), nahm Jara dennoch einige taktische Umstellungen vor. Ujfalusi rückte in die Abwehrkette, Hollerbach übernahm dafür seinen Part im defensiven linken Mittelfeld. Hertzsch rückte von halbrechts auf rechts in der Viererkette und tauschte so die Position mit Milan Fukal. Der Grund hierfür lag in der größeren Kopfballstärke des Tschechen gegenüber Hertzsch. Im Angriff rückte Präger auf die rechte Seite.

Sorgen dieser Art waren VfL-Coach Wolfgang Wolf völlig fremd, nach dem 5:1-Sieg gegen Köln am vergangenen Samstag sah er naturgemäß keinen Grund für Umstellungen. Auch Dietmar Kühbauer konnte Dorinel Munteanu nicht verdrängen. Der gegen Köln überragende Diego Klimowicz agierte erneut als Stoßstürmer in vorderster Front.


Das Spiel im Live-Ticker Der 27. Spieltag im Überblick


Die Hansestadt erwies sich in dieser Spielzeit als unglückliches Pflaster für den VfL Wolfsburg. Wie schon vor einigen Wochen beim Gastspiel der „Wölfe“ beim FC St. Pauli (1:3-Niederlage) hatten daran erneut der Unparteiische und ein fragwürdiger Platzverweis maßgeblichen Anteil.

Nach anfänglichen Problemen in der eigenen Hälfte kamen die „Wölfe“ nach zehn Minuten gut ins Spiel und immer öfter gefährlich vor das Tor von Martin Pieckenhagen. Je zwei Mal Ponte und Petrow hätten schon in der Anfangsphase für eine VfL-Führung sorgen müssen. Dem HSV war anfangs das infolge der jüngsten Pleite fehlende Vertrauen in das eigene Können in fast jeder Szene anzumerken. Um ein Haar wäre es Frank Greiner gewesen, der für die HSV-Führung sorgte: Einen Kopfball des eigenen Verteidigers von der Fünf-Meter-Linie konnte Reitmaier im VfL-Tor nur mit Mühe am Überqueren der Torlinie hindern. Der HSV verlagerte das Geschehen nach einer halben Stunde zwar häufig in die Hälfte der Gäste, ohne diese jedoch entscheidend in Bedrängnis bringen zu können. Romeo vergab nach einer Ecke von der rechten Seite die beste eigene Chance zur Führung. Klimowicz sorgte unmittelbar vor der Halbzeit für die nicht unverdiente Führung der Gäste, nach einer Flanke von Ponte setzte er sich im Luftkampf gegen Fukal durch und köpfte zum 1:0 ein.

Cardoso, mit fünf Toren aus fünf Spielen gegen die VW-Städter der VfL-Experte auf Seiten der Gastgeber, gelang es zu keinem Zeitpunkt, das Heft auf dem Feld in die Hand zu nehmen.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs rückte der bis dahin erfreulich unauffällige Schiedsrichter Stark in den Blickpunkt. Nach einem langen Ball von Präger stürmte Romeo auf und davon. Franz verfolgte ihn, bei diesem Laufduell trat sich der Argentinier, freiwillig oder unfreiwillig, selbst in die Kniekehle und fiel – und Stark auf diese Einlage herein: Rot für Franz. Eine Parallele zum Spiel der „Wölfe“ beim FC St. Pauli vor wenigen Wochen. Auch da hatte der VfL in der ersten Halbzeit dominiert und zu Beginn der zweiten Halbzeit einen unberechtigten Platzverweis (Gelb-Rot für Karhan) hinnehmen müssen. Und wie im Spiel am Millerntor blieb die numerische Unterlegenheit auch diesmal nicht ohne Folgen. Barbarez traf mit einem listigen Außenristschuss von der Strafraumgrenze zunächst nur den rechten Außenpfosten, wenige Minuten später war es dann aber soweit: Nach einem schönen Doppelpass mit dem eingewechselten Meijer schob der Bosnier zum Ausgleich ein.

Für Wolfsburg ging es in der Folgezeit nur noch darum, den Schaden in Grenzen zu halten. Der HSV erhöhte durch die Einwechslung weiterer Offensivkräfte die Schlagzahl. Das Anrennen der Hamburger blieb aber ohne Lohn, die letzte große Chance vergab erneut Romeo, dessen Schlenzer von der Strafraumlinie sichere Beute von Reitmaier wurde.

Dass es für die Gäste in einer durchweg unterhaltsamen Partie letztlich nur zu einer Punkteteilung in der AOL-Arena reichte, hatten sie weniger eigenem Verschulden als der Roten Karte gegen Franz zu „verdanken“. Beide Teams bleiben so im Niemandsland der Tabelle.

Analyse mit Noten folgt am Sonntagabend