Bundesliga 2001/02, 26. Spieltag
15:36 - 6. Spielminute

Tor 0:1
Frings
Rechtsschuss
Bremen

15:51 - 21. Spielminute

Tor 0:2
Ailton
Linksschuss
Bremen

16:00 - 30. Spielminute

Tor 0:3
Ailton
Rechtsschuss
Vorbereitung Frings
Bremen

16:37 - 51. Spielminute

Tor 0:4
Stalteri
Kopfball
Vorbereitung Lisztes
Bremen

16:50 - 65. Spielminute

Gelbe Karte
Nikl
Nürnberg

16:55 - 69. Spielminute

Spielerwechsel
Borowski
für Lisztes
Bremen

17:01 - 75. Spielminute

Spielerwechsel
Banovic
für M. Bode
Bremen

17:06 - 80. Spielminute

Spielerwechsel
Magnin
für Frings
Bremen

17:10 - 84. Spielminute

Foulelfmeter
Skripnik
verschossen
Bremen

FCN

BRE

26. Spieltag, 1. FC Nürnberg - Werder Bremen 0:4 (0:3)

Kampas katastrophaler Fehler

Große Personalsorgen bei Nürnbergs Coach Klaus Augenthaler: Nachdem er nach der 1:3-Niederlage beim HSV auf den Gelb-gesperrten Jarolim verzichten musste, meldete sich unter der Woche mit Tavcar (Knieoperation) die zweite Stammkraft für die Partie gegen die Werderaner ab. Für den Slowenen rückte Stehle in die diesmal praktizierte Dreierkette (Sanneh wurde vorgezogen), Michalke erhielt eine neue Bewährungschance, kam für den tschechischen Spielmacher. Drei Umstellungen nahm Bremens Coach Thomas Schaaf vor. Krstajic musste eine Gelb-Sperre abbrummen, für ihn rückte Baumann in die Dreierkette zurück. Den im Mittelfeld freigewordenen Platz besetzte Stalteri, ebenso kam dort Ernst für Borowski zum Einsatz. Nachdem Klasnic bei der 0:1-Niederlage in Gladbach enttäuschte, erhielt Ailton wieder den Vorzug und bildete mit Bode das Sturmduo.


Das Spiel im Live-Ticker Der 26. Spieltag im Überblick


Unglücklicher hätte der Auftakt für den Club im Frankenstadion nicht sein können. Skripnik schlug das Leder aus dem Mittelfeld hoch Richtung gegnerischer Strafraum, wo Kos mit dem Kopf eine "Kerze" produzierte. Der Ball sprang auf Kampa zu, der bis zur Strafraumlinie aus dem Tor geeilt war. Aus unerfindlichen Gründen griff der Keeper an der Kugel vorbei, Frings bedankte sich und schob ins leere Tor ein (5.). Was für ein Fauxpas! Mit der frühen Führung im Rücken bestimmten die Werderaner die Partie nach Belieben, der Club, zu weit weg von den Gegenspielern, machte es Werder aber auch sehr leicht. Kein Feuer im Spiel der Club-Akteure, die wirkten, als hätten sie Schlaftabletten zu sich genommen. Mühelos spazierten die Schaaf-Schützlinge durchs Mittelfeld. Logische Konsequenz der zweite Treffer der Bremer, als Ailton nach Lisztes-Ecke völlig frei am rechten Eck des Fünfmeterraumes mit dem linken Fuß ins rechte untere Eck einschoss (20.) und für Grabesstimmung bei den 22.000 Anhängern sorgte. Wie reagierte der Club? Wer ein Aufbäumen erwartet hatte, sah sich getäuscht. Völlig verunsichert gaben sich die Franken ihrem Schicksal hin, das in Person von Ailton wenig später nochmal zuschlug. Lisztes spielte die Clubabwehr mit einem langen Schlag aus der eigenen Hälfte aus. Der in der Dreierkette völlig überforderte Stehle konnte durch einen Stellungsfehler den Angriff nicht unterbinden. Frings lief aus halbrechter Position in den Strafraum, passte quer auf Ailton, der locker mit rechts aus zehn Metern mit Saisontreffer elf einschoß (30.). Erst danach kamen die Nürnberger etwas besser ins Spiel, nach dem bisherigen Spielverlauf zu schließen, wohl deshalb, weil Bremen es etwas langsamer angehen ließ. Jarolim-Ersatz Michalke - ansonsten wie die gesamte Club-Elf erschreckend schwach - sorgte vor der Pause wenigstens zwei Mal dafür, dass der bis dahin nahezu beschäftigungslose Rost ins Spielgeschehen eingreifen durfte (34., 37.). Es änderte sich nicht viel nach dem Wechsel. Die Club-Elf zeigte zwar nun etwas mehr Laufbereitschaft, wurde aber gleich wieder kalt erwischt. Stalteri köpfte eine Ecke von Lisztes, noch leicht abgefälscht von Kos, zum 4:0 für die Werderaner ins linke Toreck (50.). Dies war die endgültige Entscheidung in dieser Begegnung - Bremen spielte, wie eine Elf eben spielt, die klar in Führung liegt, mit hohem Selbstvertrauen, während sich beim Club ein Fehlpass an den nächsten reihte. Chancen blieben für die Nürnberger auch in den zweiten 45 Minuten Mangelware. Lediglich eine nennenswerte Gelegenheit stand zu Buche, als Michalke Cacaus Querpass nicht verwerten konnte (64.). Auf der anderen Seite sorgte vor allem Ailton für Gefahr vor dem Tor der Franken und hätte sein Torkonto bei etwas mehr Konzentration weiter aufbessern können (63., 67.). Die beste Gelegenheit zum fünften Treffer vergab kurz vor dem Ende Skripnik, als er mit einem Strafstoß an Kampa scheiterte (84.). Paßlack hatte Magnin zu Fall gebracht.

Nahezu ohne Gegenwehr ergab sich eine erschreckend schwache Club-Elf einer Bremer Mannschaft, der eine durchschnittliche Leistung genügte, um drei Zähler einzufahren. Nürnberg verlor durch das Debakel im Abstiegskampf weiter an Boden, Werder blickt wieder in Richtung UEFA-Cup.

Analyse mit Noten folgt am Sonntagabend