Bundesliga 2001/02, 24. Spieltag
15:45 - 15. Spielminute

Tor 1:0
Pizarro
Kopfball
Vorbereitung Scholl
Bayern

15:52 - 23. Spielminute

Gelbe Karte
Hujdurovic
Cottbus

16:05 - 35. Spielminute

Tor 2:0
Effenberg
Foulelfmeter,
Rechtsschuss
Vorbereitung Pizarro
Bayern

16:04 - 35. Spielminute

Gelbe Karte
Topic
Cottbus

16:07 - 38. Spielminute

Gelbe Karte
Fink
Bayern

16:11 - 41. Spielminute

Spielerwechsel
Jeremies
für Fink
Bayern

16:14 - 44. Spielminute

Rote Karte
Matyus
Cottbus

16:16 - 45. + 1 Spielminute

Tor 3:0
Scholl
Rechtsschuss
Bayern

16:33 - 48. Spielminute

Tor 4:0
Scholl
Rechtsschuss
Vorbereitung Pizarro
Bayern

16:40 - 55. Spielminute

Tor 5:0
Pizarro
Kopfball
Vorbereitung Scholl
Bayern

16:43 - 58. Spielminute

Rote Karte
Reghecampf
Cottbus

16:47 - 62. Spielminute

Spielerwechsel
Thielemann
für Miriuta
Cottbus

16:51 - 65. Spielminute

Spielerwechsel
Feulner
für Effenberg
Bayern

16:55 - 69. Spielminute

Spielerwechsel
Elber
für Scholl
Bayern

17:00 - 74. Spielminute

Tor 6:0
Elber
Rechtsschuss
Vorbereitung Sagnol
Bayern

16:59 - 75. Spielminute

Spielerwechsel
T. Reichenberger
für Topic
Cottbus

17:06 - 79. Spielminute

Spielerwechsel
Wawrzyczek
für S. Schröter
Cottbus

17:16 - 90. + 1 Spielminute

Foulelfmeter
Kahn
verschossen
Bayern

FCB

FCE

24. Spieltag, Bayern München - Energie Cottbus 6:0 (3:0)

Bayern brillieren in alter Stärke

Der FC Bayern trat im Vergleich zum jüngsten 0:0 in der Champions League bei Boavista Porto personell wie folgt verändert an: In der Abwehr begann Linke für Robert Kovac, im Angriff kamen Jancker und Pizarro an Stelle von Elber und Santa Cruz. Hargreaves bekam den Vorzug vor Jeremies. Bei Energie Cottbus kam es nach dem 3:0 über Rostock zu folgenden Änderungen in der Startformation: Trainer Eduard Geyer musste mit Akrapovic, Beeck und da Silva gleich drei Gelb-gesperrte Stammkräfte ersetzen. Kaluzny, Hujdurovic und Scherbe kamen an ihrer statt. Reghecampf spielte in der Offensive von Beginn an, Franklin musste weichen.


Das Spiel im Live-Ticker Der 24. Spieltag im Überblick


Die Bayern übernahmen von Anbeginn das Kommando, Cottbus war sehr defensiv eingestellt, agierte in der Spieleröffnung nervös und ohne klare Linie. Energie genehmigte den Münchnern im Spielaufbau nur wenig Platz, so dass sich der FCB nicht entscheidend in Szene setzen konnte. Die feldüberlegenen Münchner blieben immer wieder in der vielbeinigen Abwehr hängen oder wurden durch Fouls gestoppt. In der 16. Minute war's dann aber soweit, gingen die Bayern verdient in Führung: Scholl flankte von der rechten Strafraumseite, Pizarro kam völlig frei aus fünf Metern zum Flugkopfball und ließ Piplica keine Chance. Es war ein ungleiches Duell zwischen dem Deutschen Meister und den abstiegsbedrohten Lausitzern. Energie offenbarte Schwächen im Defensivbereich, konnte einen höheren Rückstand häufig nur mit Glück und in letzter Sekunde verhindern, stand oft mit neun oder zehn Mann am eigenen Strafraum, kam nur ganz selten zu Entlastungsangriffen, die jedoch an Harmlosigkeit nicht zu überbieten waren. Die Münchner kombinierten gefällig, versprühten phasenweise echte Spielfreude, rannten aber gegen eine Wand. Nach 28 Minuten gab's völlig überraschend eine Schrecksekunde für Oliver Kahn. Miriuta trat einen (zweifelhaften) Freistoß genau vom linken Strafraumeck an die Unterkante des linken Torwinkels, von wo der Ball auf die Linie und dann raussprang. Sieben Minuten später wieder eine umstrittene Schiedsrichter-Entscheidung. Pizarro kam im Zweikampf mit Scherbe (der zuerst den Ball gespielt hatte) in der rechten Strafraumhälfte zu Fall. Effenberg verwandelte den Foulelfmeter in die Mitte des Tores. Piplica entschied sich für die von ihm aus gesehene linke Ecke. Und es kam noch dicker für Energie. Zunächst sah Matyus nach einer Notbremse an Jancker die Rote Karte, dann verwandelte Scholl den fälligen Freistoß aus 17 Metern zentraler Position ins linke untere Eck. Beide Teams kamen personell unverändert aus der Kabine, nachdem die Bayern kurz vor der Pause Fink ersetzen mussten, der sich im Bereich der rechten Achillessehne verletzt hatte. Für ihn kam Jeremies. Und die Münchner begannen dort, wo sie aufgehört hatten. Beim Toreschießen. Pizarro spielte Scholl in der rechten Strafraumhälfte geschickt frei, der überwand Piplica mit einem technisch feinen Außenrist-Schlenzer ins linke Eck (48.). Im Anschluss versuchten die Bayern zu zaubern. Hacke, Spitze, eins, zwei, drei. Cottbus war nur noch ein Spielball, ihre Abwehr ein Torso. Und der FCB legte nach: Scholl flankte von der rechten Grundlinie auf Pizarro, der mühelos aus fünf Metern einköpfte. 5:0! Und als wäre dies nicht Strafe genug für Cottbus: Es musste noch ein Spieler vorzeitig zum Duschen. Scholl schickte Pizarro mit einem Steilpass auf die Reise, der Peruaner kreuzte den Laufweg von Reghecampf, der ihm in die Hacken lief. Pizarro kam zu Fall, Reghecampf, letzter Mann, musste vom Platz (58.). Die Bayern ließen es in der Folge ruhiger angehen, kombinierten teils über 20 Stationen rund um den Cottbuser Strafraum. Die Lausitzer waren um Schadensbegrenzung bemüht, kamen ihrerseits nur noch ganz selten über die Mittellinie. Lauf- und Kampfintensität sind in jeder Trainingseinheit höher als in dieser Phase des Bundesligaspiels. Eine Viertelstunde vor Schluss machte der kurz zuvor eingewechselte Elber das halbe Dutzend voll, als er nach Sagnol-Flanke den Ball unbedrängt und seelenruhig mit der Brust stoppen konnte und mit rechts vollendete. In der Nachspielzeit hatte auch Torhüter Oliver Kahn die große Chance, sich in die Torschützenliste einzutragen. Doch Piplica lenkte den von Kaluzny an Kuffour verursachten Foulelfmeter an den Pfosten. Die Bayern finden zu alter Stärke zurück und feiern ein auch in dieser Höhe verdientes Schützenfest. Cottbus, das nicht den Hauch einer Chance hatte, bezog nicht nur Prügel in Form von sechs Toren, sondern verlor auch noch Matyus und Reghecampf nach deren Notbremsen. Analyse mit Noten folgt am Sonntagabend