Bundesliga

Erster Bayern-Sieg der Saison

"Löwen" müssen Catering-Kosten nachzahlen

Erster Bayern-Sieg der Saison

Die Allianz Arena in München: Der Vertrag mit 1860 ist gültig, sagt das Münchner Landgericht.

Die Allianz Arena in München: Der Vertrag mit 1860 ist gültig, sagt das Münchner Landgericht. imago

1860 muss nun eine Summe von 542.344 Euro zuzüglich Zinsen und Gerichtskosten an die Bayern überweisen. Die "Löwen" hatten den Vertrag als "sittenwidrig" bezeichnet und eine sogenannte Hilfs-Widerklage gegen die Bayern eingereicht. Diese wurde nun nach mündlicher Verhandlung unter dem Vorsitz der Richterin Elisabeth Waitzinger komplett abgewiesen. Der Vertrag sei zwischen Kaufleuten geschlossen worden, daher komme eine Sittenwidrigkeit nicht in Betracht.

Der Vorstand der FC Bayern München AG zeigte sich in einer kurzen Mitteilung mit der Überschrift "1860 muss zahlen" durch das Urteil "in seiner Rechtsauffassung bestätigt". Auch die Argumentation des TSV 1860, die Bayern hätten als Alleingesellschafter der Allianz Arena ein kartellrechtlich bedenkliches "Stadion-Monopol" in München, sei nicht stichhaltig. Denn mit dem Olympia-Stadion und dem Sportpark in Unterhaching würden zwei bundesligataugliche Stadien in München und Umgebung zur Verfügung stehen.

Enttäuscht regaierten die "Löwen" auf den Richterspruch. "Wir sind vom Urteilsspruch des Landgerichts München im so genannten Catering-Prozess sehr enttäuscht", erklärte Manfred Stoffers, Geschäftsführer von 1860 München. "Das war nach dem bisherigen Prozessverlauf und insbesondere nach der mündlichen Verhandlung im März dieses Jahres absolut nicht zu erwarten." Für Präsident Rainer Beeck ist "das Urteil in diesem Prozess sehr bitter, denn wir hatten einen Befreiungsschlag erhofft."

Der Rechtsstreit hatte zu einer neuen Eiszeit zwischen den beiden Münchner Klubs geführt. Im April hatte Bayern-Präsident Uli Hoeneß verkündet, dass die "allerletzten Bande, die es mal gegeben hat", jetzt gebrochen seien. Mit ihm hätten die "Löwen" den letzten Freund beim FC Bayern verloren.

Die 2005 eröffnete Allianz Arena war gemeinsam von beiden Vereinen gebaut und zunächst auch betrieben worden. Als der TSV 1860 in finanziellen Schwierigkeiten war, übernahmen die Bayern 2006 die Stadionanteile des Lokalrivalen für elf Millionen Euro. Seitdem spielen die "Löwen" als Mieter in der Allianz Arena.

Zurück ins Olympia-Stadion?

Für den finanziell angeschlagenen TSV 1860 ist das Urteil ein schwerer Schlag. Sollte es rechtskräftig werden, wäre der Erlös aus dem Transfer von Abwehrspieler José Holebas zu Olympiakos Piräus bereits wieder aufgebraucht. Allerdings könnte der Verein versuchen, vor dem Oberlandesgericht ein positiveres Urteil in der nächsten Instanz zu erreichen. 1860-Anwalt Weßling werde das Urteil erst einmal überprüfen.

Auch ein Auszug aus der Allianz Arena wird wahrscheinlicher. Allerdings drängt die Stadt München in Sachen Rückkehr ins Olympia-Stadion auf eine schnelle Entscheidung. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge deutete in seiner Reaktion auf das Urteil Gesprächsbereitschaft an, wenn "jemand von 1860 kommen sollte und eine saubere und faire Lösung anbietet". Gleichzeitig kritisierte er die Verantwortlichen der Gegenseite scharf und sprach von "Scharlatanerei" der 1860-Geschäftsführung, die nun "ein finales Ende" gefunden habe.