Neues Referee-System für 2014 geplant

FIFA: "96 Prozent der Schiri-Entscheidungen waren richtig"

Wayne Rooney und Schiedsrichter Jorge Larrionda bei Englands 1:4 gegen Deutschland im Achtelfinale der WM 2010 in Südafrika

So ein Stück! Englands Rooney beschwert sich nach Lampards vermeintlichem 2:2 gegen Deutschland bei Referee Larrionda. picture-alliance

"Ich würde sagen, dass diese WM die letzte mit dem bisherigen System war", sagte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke der BBC. Und auch Joseph S. Blatter, der Boss des Weltverbands, hatte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz erneut klargestellt, dass sich das International Football Association Board (IFAB), die Regelhüter des Weltfußballs also, auf einer ihrer nächsten Sitzungen mit dem möglichen Einsatz technischer Hilfsmittel beschäftigen wird. "Allerdings wird dies erst bei der Sitzung im Oktober der Fall sein, die kommende in diesem Monat kommt zu früh", schränkte Blatter ein. Torkamera und Chip im Ball wurden in den Medien besonders häufig diskutiert, aber auch die Variante mit zwei zusätzlichen Torrichtern, die die UEFA favorisiert und sowohl in allen Champions-League- und Europa-League-Spielen als auch bei der anstehenden EM-Qualifikation einsetzen wird, könnte eine Alternative für die FIFA werden.

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Siehe das Beispiel Lampard, dessen vermeintlicher zwischenzeitlicher 2:2-Ausgleich für die Engländer gegen Deutschland (1:4) nicht gegeben wurde, obwohl der Ball von der Latte klar hinter die Torlinie gesprungen war. "Wir sprechen über ein Tor, das nicht vom Schiedsrichter gesehen wurde. Deshalb reden wir über eine neue Technologie", sagt Valcke: "Aber wir müssen schauen, ob uns das System hilft, oder aber eher vier Augen mehr den Unparteiischen unterstützen können, damit der seinen Pflichten besser nachkommen kann. In diesem Fall, warum nicht?"

Nicht nur bei den Engländern, auch bei den Mexikanern hatte sich Blatter entschuldigt, waren die Mittelamerikaner doch beim Achtelfinal-Aus gegen Argentinien (1:3) klar benachteiligt worden, als Carlos Tevez aus klarer Abseitsposition das Führungstor köpfte.

Valcke: "Wir müssen den Schiedsrichtern helfen"

Valcke machte indes auch die höhere Geschwindigkeit des modernen Fußballs für die Schiedsrichter-Probleme verantwortlich: "Das Spiel ist anders geworden, und die Schiedsrichter sind älter als alle Spieler auf dem Feld. Das Spiel ist so schnell, der Ball fliegt so rasend hin und her - wir müssen den Schiedsrichtern helfen und etwas tun. Deshalb sagen wir, dies ist die letzte WM mit dem bisherigen System."

96 Prozent der Entscheidungen waren richtig. Das sind Fakten, keine Meinungen.

Jose-Maria Garcia-Aranda, Vorsitzende der FIFA-Schiedsrichter-Kommission

Dennoch hält Jose-Maria Garcia-Aranda, der Vorsitzende der Schiedsrichter-Kommission der FIFA, die Kritik an den Schiedsrichter-Leistungen für überzogen. "Ja, es hat Fehler gegeben. Aber wir sprechen hier von 62 Spielen", sagte der Spanier bei einer Pressekonferenz im Hotel der Schiedsrichter - und legte nach: "96 Prozent der Entscheidungen waren richtig. Das sind Fakten, keine Meinungen." Insgesamt stellte die FIFA den 29 WM-Referees ein positives Zeugnis aus, Garcia-Aranda bezeichnete die Leistungen als "großen Erfolg". Seine Begründung: "Hier sind die besten Spieler der Welt im Einsatz und von 15 Elfmetern wurden nur neun verwandelt, also 60 Prozent. Wenn man das mit den 96 Prozent vergleicht, waren die Schiedsrichterleistungen bei dieser WM mehr als gut."