Nationalelf

Wiese beklagt "fehlende Lobby"

Dreikampf in der T-Frage

Wiese beklagt "fehlende Lobby"

Konkurrenten: Tim Wiese (vo.) und Manuel Neuer

Wer macht das Rennen? Tim Wiese (vo.) oder Manuel Neuer - oder doch Routinier Jörg Butt? imago

Ex-Nationalkeeper Oliver Kahn prognostizierte im Aktuellen Sportstudio am Samstagabend, dass die offene T-Frage erst kurz vor dem Auftaktspiel der Nationalmannschaft gegen Australien am 13. Juni in Durban entschieden werde: "Ich glaube, dass sich Joachim Löw erst kurzfristig vor dem Turnier festlegen wird“, so der ZDF-Experte.

"Jörg hat eine Super-Saison gespielt, keine Frage. Aber ich denke schon, dass Löw Nummer 1 und Nummer 2 zwischen Wiese und Neuer ausmachen wird. Das sind die Torhüter, die auch in den letzten ein, zwei Jahren bei der Nationalmannschaft dabei waren. Ich denke, dass einer der beiden letztendlich das Rennen macht", so der 40-Jährige weiter.

Neuer: "Rechne mir große Chancen aus"

Schalkes Keeper Manuel Neuer sieht es als Vorteil an, als einziger der drei Torhüter die komplette Vorbereitung mitmachen zu können: "Nach wie vor möchte ich spielen. Ich kann nur das zeigen, was auf dem Platz passiert. Heute habe ich gut gehalten und will das weiterhin auch machen und dementsprechend möchte ich auch spielen. Ich rechne mir schon große Chancen aus, aber entscheiden wird natürlich der Bundestrainer," so der Youngster.

Wiese kämpft bis aufs Blut

Tim Wiese geht mit dem Konkurrenzkampf "offensiver" um: Neben der Anmerkung, sich zusätzlich noch im Pokalfinale gegen Bayern München beweisen zu können, prangerte der Bremer mit martialischen Worten seine "fehlende Lobby" an: "Ich kann nur meine Leistung von Woche zu Woche bestätigten, was ich immer mache", so der Keeper, der sich bei Liga total aber einmal mehr über die "fehlende Lobby" für sich "hier in diesem Land" beschwerte. Klein beigeben wird der 28-Jährige aber nicht, vielmehr setzte er noch einen drauf: "Ich kämpfe um die Nummer eins, bis ich aus den Ohren blute."

Butt schießt auch Elfmeter

Gelassener, aber auch auf die anstehenden Aufgaben fokussiert geht Bayerns Schlussmann Jörg Butt mit der Situation um: "Natürlich möchte ich gern spielen. Ich denke, ich kann der Nationalmannschaft auf jeden Fall helfen", sagte der 35-Jährige und bot gleichzeitig seine Künste vom Punkt an: Er würde im Nationaltrikot auch Elfmeter schießen, "wenn es von mir verlangt wird".

Der Routinier betonte aber auch, dass er sich zunächst auf die kommenden Spiele konzentrieren wolle. "Wir haben noch zwei Endspiele vor uns, deshalb mache ich mir jetzt noch keine Gedanken über die Nationalmannschaft. Das mache ich erst ab dem 22. Mai", so der dreimalige Nationalspieler, der mit den Bayern noch das DFB-Pokal-Finale sowie das Endspiel der Champions League gegen Inter Mailand vor der Brust hat.