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Deutschlands Sportler des Jahres: Biedermann und Nerius

Fußball-Frauen sind Mannschaft des Jahres

Deutschlands Sportler des Jahres: Biedermann und Nerius

Paul Biedermann und Steffi Nerius

Deutschlands "Sportler des Jahres": Paul Biedermann und Steffi Nerius. imago

"Ein traumhafter Abschluss meiner Karriere, als hätte Hollywood Regie geführt", freute sich Steffi Nerius, die bei der Leichtathletik-WM Gold im Speerwurf gewann. Im Finale hatte die 37-Jährige bereits beim ersten Versuch zum goldenen Wurf ausgeholt. An ihre Weite von 67,30 Meter kamen weder die tschechische Olympiasiegerin Barbora Spotakova noch die russische Weltjahresbeste Maria Abakumova ran. Überglücklich ließ sich Nerius vom Publikum feiern. Am Sonntag strahlte sie nun im Blitzlichtgewitter. Nerius entschied die Wahl mit 3443 Punkten vor Vorjahressiegerin Britta Steffen (2741), die bei der WM in Rom ihr olympisches Gold-Double über 50 und 100 m Freistil wiederholt hatte, und Slalom-Weltmeisterin Maria Riesch (1934) klar für sich. Neun Jahre nach Weitspringerin Heike Drechsler ging die Auszeichnung wieder an die Leichtathletik. Ein Weitermachen bis zur EM 2010 schloss Nerius kategorisch aus. "Das war die Krönung. Es kann jetzt nur noch schlechter werden."

Erst am Anfang seiner Karriere steht Schwimmer Paul Biedermann, der sich mit 3569 Punkten klar vor Formel-1-Vizeweltmeister Sebastian Vettel (2034) und Diskus-Weltmeister Robert Harting (1437) durchsetzte und damit der Nachfolger von Gewichtheber Matthias Steiner ist. "Ich hebe jetzt nicht ab. Ich bin auch kein so genanntes One-Hit-Wonder", sagte der Doppel-Weltmeister aus Halle/Saale, der bei der Schwimm-WM in Rom bei seinem Sieg über 400 Meter erst den sieben Jahre alten Fabel-Rekord des Australiers Ian Thorpe brach und dann dem 14-maligen Olympiasieger Michael Phelps über dessen Lieblingsstrecke 200 Meter die erste Niederlage seit fünf Jahren zufügte. Bei der Wahl triumphierte der 23-Jährige als erster Schwimmer seit Olympiasieger Michael Groß vor 21 Jahren.

Europameister 2009: die deutschen Fußballerinnen

Mannschaft des Jahres: Die deutschen Fußballerinnen. imago

Nachfolger der Hockey-Herren als Mannschaft des Jahres wurden die deutschen Fußballerinnen, die mit 2846 Punkten den deutschen Meister VfL Wolfsburg (1888) und den Deutschland-Achter (1709) auf die Plätze verwiesen. Die Elf von Bundestrainerin Silvia Neid um Torschützenkönigin Inka Grings hatte England im EM-Finale von Helsinki mit 6:2 bezwungen und war zum fünften Mal in Folge Europameister geworden. "Wir freuen uns natürlich auch, dass wir einen Platz vor dem VfL Wolfsburg gelandet sind“, sagte Neid mit Blick auf die männliche Konkurrenz aus dem Fußball-Lager, die wegen der Hochzeit ihres Torhüters Diego Benaglio nur zugeschaltet wurde.