Köln: Druck auf Daum-Wunschspieler Freis wächst

Winter-Nachkauf: Soldo fordert einen Lenker

Zvonimir Soldo und Sebastian Freis

Steigerung durchaus erwünscht: Sebastian Freis (re.) will FC-Trainer Zvonimir Soldo von seinen Qualitäten überzeugen. imago

Deswegen fordert er Verstärkungen im Winter: "Wir brauchen einen Mittelfeldspieler, der den Ball halten und das Spiel lenken kann." Dabei wünscht sich Soldo keinen klassischen Zehner, sondern einen Rhythmusgeber, der im 4-4-2 mit Doppelsechs von der Außenposition aus den Takt vorgibt. Der Grund, warum Soldo einen Lenker fordert: "Wir verlieren im Mittelfeld zu schnell die Bälle." Das von ihm gewünschte Kurzpassspiel ist so nicht umsetzbar. Schon gar nicht in der nötigen Geschwindigkeit. Soldo: "Wir passen nicht schnell genug. Das Umschalten von Defensive auf Offensive müssen wir verbessern."

Das geschieht behäbig und ist ein Grund, warum Sebastian Freis (24) bislang nicht zu seinem Spiel findet. "Die Lauf- und Passwege sind noch nicht so abgestimmt. Da kann ich schnell schlecht aussehen, weil ich davon abhängig bin", weiß der Konterspieler, "ich bin ja keiner wie Ribery, der drei Mann ausspielen kann. Ich brauche das genaue Timing beim Pass."

Der neue Lenker soll dieses Defizit beheben - was dennoch ein Nachteil für Freis sein dürfte. Denn der Neue würde wohl auch Freis Position im rechten Mittelfeld einnehmen. Dort, auf den offensiven Positionen im Mittelfeld, bevorzugt Soldo ohnehin spielstarke Typen, die mit öffnenden Pässen die Spitzen einsetzen können.

Ich erwarte, dass ich mich steigere!

Sebastian Freis

Freis ist das Gegenteil: ein schneller, laufstarker Flügelflitzer mit technischen Defiziten. Schon im Januar war sein ablösefreier Transfer vereinbart worden. Damals war aber noch Christoph Daum FC-Trainer - und Freis dessen Wunschspieler. Der Druck auf Freis, bislang Stammkraft, aber enttäuschend (kicker-Notenschnit 4,5), wächst. Er übt Selbstkritik: "Ich erwarte, dass ich mich steigere!" Dass er nicht mehr des Trainers Wunschspieler ist, ist ihm bewusst: "Natürlich stellt sich die Situation jetzt anders dar. Aber ich kann sie nicht ändern. Ich kann nur versuchen zu zeigen, dass ich bereit bin, mich zu verbessern. Dann muss er entscheiden, ob es reicht oder nicht."

Dafür wird er kämpfen, seinem Naturell entsprechend. Eine Qualität, die Soldo schätzt: "Sebastian ist engagiert, in jedem Training, jedem Spiel." Nun muss Engagement in Effektivität münden, sonst droht Freis die Bank - spätestens ab dem Winter.

Stephan von Nocks