München: Torwart-Oldie bleibt gelassen

Nummer 1? Noch ist sich Butt nicht sicher

Bayern München: Jörg Butt

Erst draußen, dann drin, wieder draußen, jetzt drin: Jörg Butt hat schon viel mitgemacht. imago

Wäre es nicht besser, er würde woanders sein Glück versuchen? Rensing hat sich dazu entschlossen zu bleiben. Reden mag er derzeit nicht.

Jörg Butt also ist wieder die Nummer 1 in München, und auch wenn die vergangenen Monate für ihn nicht dramatisch verlaufen sind, hat auch er eine spannende Berg- und Talfahrt hinter sich. Erst kam er 2008 als Nummer 2 von Benfica Lissabon, löste Rensing dann im April in Barcelona ab und wurde unter Jürgen Klinsmann die 1. Nun, zum Start dieser Saison, setzte ihn Louis van Gaal plötzlich wieder auf die Bank, obwohl er in der Vorbereitung die Nase lange vorn gehabt hatte. Ein einziger Fehler, beim Audi Cup gegen Milan, hatte ihn seinen Platz gekostet. Rensing hielt gegen Manchester zwei Elfmeter und war wieder da. Erst seine Patzer verhalfen wiederum Butt nun zur erneuten Rückkehr in den Kasten.

Der Jubel darüber hält sich beim Torwart-Oldie in Grenzen. Natürlich ist Butt froh, wieder zu spielen, "dafür arbeite ich ja jeden Tag". Dass er zum Ligaauftakt aber draußen saß, dass van Gaal auf Rensing setzte, dass sich die Bayern um Schalkes Manuel Neuer bemühten - das alles hat der 35-Jährige nicht vergessen. Zwar geht er davon aus, nach seinem fehlerfreien Auftritt gegen Wolfsburg im Tor zu bleiben: "Ich muss meine Leistung bestätigen, dann werde ich sicherlich die nächsten Spiele auch machen." Butt fügt aber hinzu: "Der Trainer schaut sich das erst an. Er will sich noch ein Bild machen. Er kannte mich nicht so gut. Ich muss mir sein Vertrauen erst erarbeiten."

Frage der Woche

Torwart bei Bayern zu sein, bleibt also ein Nervenkitzel. Macht Butt einen Fehler, muss auch er schnell wieder zittern. Darauf setzt Rensing, der am Tag seiner Ausbootung erklärte: "Bei uns ist keiner gesetzt. In ein, zwei Monaten wird wieder ein Schnitt gemacht, dann kann sich alles ändern." Butt schließt das nicht aus: "Der Trainer wird sicher nicht nach jedem Patzer wechseln, aber wir sind beim FC Bayern. Da musst du dich jeden Tag beweisen." Seine Erfahrung von 333 Bundesliga-, 62 Europacup- und drei Länderspielen, seine Ruhe und sein Intellekt dürften ihm freilich helfen, die Pole-Position zu verteidigen. Die Mannschaft hat er hinter sich, speziell die Routiniers. "Jörg ist sehr professionell, ein Torwart, der sehr gut arbeitet", sagt Abwehrchef Daniel van Buyten, "er gibt uns Sicherheit."

Bernd Salamon