Bundesliga

Heynckes' Lob für Derdiyok

Leverkusen: Schweizer hat sich eingelebt

Heynckes' Lob für Derdiyok

Eren Derdiyok

Voll unter Strom: Leverkusens Stürmer Eren Derdiyok kann's kaum erwarten, bis die Pflichtspiele losgehen. imago

Es begann mit der rekordverdächtigen Integrationsphase: "Ich hatte damit gerechnet, dass ich ein paar Tage brauche, um mich in die Truppe einzufinden. Ich habe noch nicht mal ein paar Stunden gebraucht", sagt der Stürmer, über den sein Trainer Jupp Heynckes (64) ins Schwärmen gerät: "Ein großes Talent! Ein sehr positiver Junge, physisch stark, läuferisch stark, am Ball stark. Und immer bereit zu arbeiten. Sein einziges Manko: Manchmal will er zu schnell zu viel. Aber er ist erst 21, da ist das kein Wunder."

Dem Pokalspiel in Babelsberg, dem ersten Pflichtspiel nach gelungener Vorbereitung, fiebert der Schweizer Nationalspieler förmlich entgegen: "Jetzt spüre ich die Nervosität, die man vor solchen Spielen einfach braucht. Wir haben eine tolle Vorbereitung hingelegt, jetzt wollen wir es umsetzen. Und ich bin sicher, dass wir das hinkriegen."

Positiv reagierte Derdiyok bisher auf die schnellere Gangart im deutschen Fußball: "Es wird flüssiger kombiniert, das kommt mir entgegen", sagt der kopfballstarke Angreifer, der sich selbst nicht unter Druck setzen will, was die Anzahl der Tore angeht: "Es ist wichtiger, als Mannschaft kompakt zu stehen. Ich sehe mich zunächst als ersten Arbeiter für die Defensive." Das hört Heynckes natürlich gerne, zumal er sich auf Derdiyok verlassen kann: "Dass er im ein oder anderen Teilbereich noch Eingewöhnungsprobleme hat, ist normal. Aber er geht in jedem Spiel volle Pulle."

Viele Fans fühlten sich angesichts des Eifers des 3,8-Millionen-Euro-Neuzugangs vom FC Basel (die Summe kann sich erhöhen, je nach Erfolg) bereits an Bayer-Legende Ulf Kirsten (44) erinnert. In der Tat muss der Schweizer, dies zeigte die Vorbereitung, zumindest einen Vergleich mit dem "Schwatten" nicht scheuen: Genau wie Bayers bester Torschütze aller Zeiten geht auch Derdiyok noch mit dem Kopf dahin, wo andere sogar den Fuß zurückziehen.

Frank Lussem