2. Bundesliga

Die Kehrtwende

1860 München: Tarik Camdal bleibt bis 2013

Die Kehrtwende

1860 München: Architekten: Trainer Ewald Lienen (li.) und Sportdirektor Miki Stevic basteln am "Löwen"-Rudel.

Architekten: Trainer Ewald Lienen (li.) und Sportdirektor Miki Stevic basteln am "Löwen"-Rudel. imago

Ein gutes Geschäft für alle Seiten. Vor allem für die Münchner, die dem abwanderungswilligen Johnson unlängst noch mit einer Saison auf der Tribüne gedroht hatten, falls er bleiben sollte, ohne seinen Vertrag über 2010 hinaus zu verlängern. Und in José Holebas steht Johnsons Nachfolger auf links bereits bereit.

Sportdirektor Miki Stevic zeigte sich äußerst zufrieden: "Das muss unsere Philosophie sein: Junge Spieler integrieren, entwickeln und dann für viel Geld verkaufen. Allerdings muss parallel der sportliche Erfolg gegeben sein." In dem serbischen Neuzugang Alexander Ignjovski (18), den Neulingen im Profi-Kader Tarik Camdal (18), Sandro Kaiser (19) und Peniel Mlapa (18) stehen die nächsten verheißungsvollen Talente schon parat.


Camdal bleibt langfristig ein "Löwe": Der TSV 1860 hat den Vertrag mit dem Mittelfeldspieler vorzeitig bis zum 30. Juni 2013 verlängert. Cheftrainer Ewald Lienen ist von dem Eigengewächs begeistert. "Mir gefällt, wie er den Ball abschirmt, dribbelt und sich aus schwierigen Lagen befreit. Läuferisch sticht er ebenfalls heraus", so der Coach.

Derzeit ist noch nicht einzuschätzen, inwieweit die Umbaumaßnahmen von Trainer Lienen und Stevic von Erfolg gekrönt sein werden. Eines ist aber klar: Der Klub sucht mit einer deutlichen Kehrtwende in seiner Philosophie den Weg zurück in die Erfolgsspur. "Die Mischung muss stimmen. Talente sind wichtig, aber wir brauchen auch Erfahrung", sagt Stevic. Vor allem ausländische. Die Neuen Pappas (26, Griechenland), Felhi (25, Tunesien), Kiraly (33, Ungarn), Rukavina (25,Serbien) sind ein deutlicher Beleg dafür.

Und in Ardijan Djokaj (30, Montenegro, Mittelfeld, zuletzt TuS Koblenz) und Florin Lovin (27, Rumänien, defensives Mittelfeld, zuletzt Steaua Bukarest) sind derzeit zwei Gastspieler im Trainingslager in St. Johann (Österreich), die gute Chancen auf eine Verpflichtung haben. "Das sind erfahrene und gute Spieler. Lovin hat letzte Saison Champions League gespielt, und Djokaj traf in seiner ersten Saison in Koblenz 07/08 elfmal. Wir müssen jetzt sehen, wie sie sich im Trainingslager präsentieren", äußerte sich Stevic.


Die Zeiten, in denen darauf geachtet wurde, dass möglichst viele Spieler aus Bayern kommen, sind endgültig passé. "Natürlich hätte ich gern viele Deutsche wie einen Holtby im Kader. Aber wir müssen schauen, was finanziell geht. Bei Ludwig haben wir gehandelt, sind über unsere Schmerzgrenze gegangen. Aber letzlich ist es egal, ob mit 22 oder drei Deutschen. Der Erfolg ist wichtig", sagt Stevic. Bestandsaufnahme in zehn Monaten.

Mounir Zitouni