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Ronaldo-Mania in Madrid

Bernabeu: 80 000 feiern den Superstar

Ronaldo-Mania in Madrid

Umjubelt und glücklich: Cristiano Ronaldo bei seiner Präsentation im Real-Dress.

Umjubelt und glücklich: Cristiano Ronaldo bei seiner Präsentation im Real-Dress. picture-alliance

Mit einer großen Show ist Cristiano Ronaldo am Montagabend im Santiago-Bernabéu-Stadion als neuer Superstar des spanischen Rekordmeisters Real Madrid vorgestellt worden. Rund 80 000 Fans jubelten dem 24-Jährigen zu, als er erstmals den Rasen der Arena betrat. "Ich bin sehr glücklich, hier zu sein. Für mich ist ein Kindheitstraum wahr geworden", sagte der Portugiese, der anschließend einige Balltricks vorführte und einem kleinen Jungen einen signierten Ball schenkte. "Mit Cristiano Ronaldo ist einer jener auserwählten Fußballer zu Real Madrid gekommen, der die Fans in aller Welt zu begeistern vermag", sagte Vereinsboss Florentino Pérez, der nach seiner Rückkehr mit Ronaldo, dem Brasilianer Kaka (65 Millionen) und dem Franzosen Karim Benzema (35 Millionen) eine zweite Ära der "Galaktischen" einläuten will.

Ronaldo bekommt bei seinem neuen Klub das Trikot mit der "9", das zuvor bereits Idole wie Reals derzeitiger Ehrenpräsident Alfredo di Stéfano getragen haben. Dieser war bei der Vorstellung ebenso anwesend wie der legendäre portugiesische Fußballer Eusebio.

Dass er eines Tages derart gefeiert werden würde, davon konnte Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro nur träumen. Als er als junges Talent von seinem Club CD Nacional auf der Insel Madeira zu Sporting Lissabon wechselte, betrug die Ablöse umgerechnet 25 000 Euro. Er war damals zwölf und bekam in der Fußballschule des Traditionsclubs 50 Euro im Monat. Immerhin 250 Euro monatlich brachte ihm sein erster Vertrag ein. Heute ist Ronaldo, den sie damals wegen seines schnellen Antritts "Bienchen" nannten, dank seines neuen Arbeitgebers nicht nur teuerster, sondern auch bestbezahlter Kicker der Welt. An Manchester United zahlen die "Königlichen" 94 Millionen Euro.

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Cristiano Ronaldo gilt als einer der fittesten Spieler einer Generation. Bei Manchester United sei er stets als Erster zum Training erschienen und als Letzter gegangen, heißt es. Zudem stählt er mit eisernem Willen seinen Körper. Seine imposante Bauchmuskulatur, für die ihn die Frauenwelt bewundert und die Männerwelt beneidet, soll zum Beispiel das Resultat von 3500 täglichen Sit-ups sein!

Befürchtungen, dass Cristiano Ronaldo an der immensen Ablösesumme und den hoch gesteckten Erwartungen zerbrechen könnte, wischte er beiseite: "Ich glaube, dass die Ablösesumme gerechtfertigt ist. Große Fußballer kosten viel Geld", sagte der Flügelstürmer selbstbewusst. Er sei stolz, der teuerste Spieler der Welt zu sein und werde beweisen, dass er das Geld wert sei.

Trotzdem werden Veränderungen auf ihn zukommen. So muss er in Zukunft auf "seine" Rückennummer 7 verzichten. Denn diese ist Kapitän und Klub-Legende Raul vorbehalten. Und so wird er mit der 9 auf Torejagd für die Königlichen gehen. Was dies für sein erfolgreiches Modelabel "CR7" bedeuten wird, steht noch nicht fest.

Volles Stadion, kein Spiel: 80 000 Fans feierten Cristiano Ronaldo in Madrid.

Volles Stadion, kein Spiel: 80 000 Fans feierten Cristiano Ronaldo in Madrid. picture alliance

Zehn Millionen Euro im Jahr sollen Ronaldo seine Werbeverträge einbringen. Davon will sein Klub, wie einst bei David Beckham, auch profitieren, denn Real gehört ein Teil von Ronaldos Image-Rechten. Der 24-Jährige gilt aber auch als Arbeitstier - mit Erfolg: Der Portugiese gewann mit Manchester dreimal die englische Meisterschaft und einmal die Champions League. 2008 wurde er als Welt- und Europas Fußballer des Jahres geehrt.