Stuttgart: Zeitfenster wird immer enger

Gefährliches Spiel

Khalid Boulahrouz vs. Demba Ba (re.)

Sind Khalid Boulahrouz und Demba Ba (re.) bald Teamkollegen oder nicht? Die Entscheidung rückt näher. imago

Bei Milan Jovanovic fordert Standard Lüttich weiterhin eine überzogene Ablösesumme, die sich noch immer weit über der von den Stuttgartern angepeilten Vier-Millionen-Euro-Marke bewegt. Eine Annäherung steht aus, obwohl die Schwaben schon mehrfach vor Ort verhandelt und sich mit dem Offensivmann bereits längst auf einen Dreijahresvertrag verständigt haben.

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Ähnlich und doch ganz anders liegt der Fall bei Demba Ba. Auch mit dem Hoffenheimer Stürmer soll man sich auf einen Dreijahreskontrakt geeinigt haben. Die Transfermodalitäten - eine Basisablöse von 13 Millionen sowie weitere erfolgsabhängige Komponenten, die den Preis auf bis zu 15 Millionen Euro bringen könnten - sind offenbar abgesteckt, wenn auch noch nicht von Hoffenheim abgesegnet. Der Grund: Ba, dem im Mai ein nach einem Schien- und Wadenbeinbruch eingesetzter Titannagel entfernt wurde, kann wegen der unzureichend verheilten Wun-de derzeit nicht trainieren. Der VfB fürchtet Komplikationen und um seine Rekordinvestition. Am heutigen Montag wird der Senegalese nochmals von Professor Dr. Germann in Ludwigshafen untersucht. Dann soll eine Entscheidung her - die Nagelprobe für den Transfer.

Die Hoffenheimer warten gelassen die Entwicklung ab. "Ich gehe davon aus, dass im Laufe der Woche eine Entscheidung fällt - so oder so. Es ist für alle Beteiligten gut, wenn man endlich weiß, woran man ist", sagt Trainer Ralf Rangnick, der den Gesundheitszustand des Spielers so beschreibt: "Ich denke, dass es noch zwei Wochen dauert, ehe Ba mit Lauftraining beginnen kann, für volles Training drei Wochen."

Ein Zeitfenster, das den Stuttgartern eng zu werden droht. Der VfB gerät langsam unter Zugzwang. In vier Wochen startet die Saison mit dem DFB-Pokal, eine Woche später die Bundesliga und in etwas über sechs Wochen kommt es zum ersten der beiden Qualifikationsspiele zur Champions League. Für eine hundertprozentige Fitness von Ba könnte es knapp werden. Also handeln die Schwaben und intensivieren wieder ihre Kontakte zu anderen Kandidaten.

Meldungen aus Belgien zufolge sollen die Stuttgarter vor kurzem an Standard Lüttich ein konkretes Angebot für Dieumerci Mbokani (23, Vertrag bis 2013) abgegeben haben: rund 13 Millionen Euro ist ihnen der Torjäger aus dem Kongo (kicker vom 22. Juni) bezeichnenderweise wert. Doch Lüttich verweigert diesbezüglich sogar gänzlich die Freigabe. Sportdirektor Dominique DOnofrio ließ bereits verlauten: "Wir lassen auf keinen Fall Jovanovic und Mbokani weg."

Darum ist jetzt Vagner Love (25) von ZSKA Moskau in den Fokus gerückt. "Es gibt mehrere Interessenten und ich könnte mir auch gut vorstellen in die Bundesliga zu wechseln. Aber ich habe in Moskau einen Vertrag bis Dezember 2011. Das respektiere ich", erklärt der Torjäger gegenüber dem kicker - und fügt an: "Der VfB wäre sicher eine reizvolle Herausforderung." Der brasilianische Nationalspieler, der beim Confed-Cup zwar nicht vertreten war, aber fraglos zu den Topleuten seines Landes gehört (20 Länderspiele, 4 Tore), könnte für rund 15 Millionen wechseln. Sofern die Russen nicht plötzlich die erschwerte Verhandlungsposition der Stuttgarter auszunutzen versuchen und weit mehr verlangen.

George Moissidis, Martin Gruener