Frankfurt: Trainingspause für Amanatidis

Skibbe spürt Caios Wandel

Caio (Frankfurt)

Hat sich für die neue Saison viel vorgenommen: Frankfurts Brasilianer Caio. imago

Nach Martin Fenin (Leisten-OP) der nächste Stürmer im Krankenstand? Doch Amanatidis, der nach einem Knorpelschaden im rechten Knie vorige Saison sechs Monate ausgefallen war, gibt Entwarnung. "Die Sache ist nicht schlimm. Ich muss ein paar Tage langsamer tun." Bis Mittwoch, zur Rückfahrt aus dem Vorbereitungscamp im Zillertal, beschränkt sich der Tatendrang des Griechen auf Aquajogging, Behandlungen und Fahrradfahren.

Während Amanatidis einen Dämpfer wegstecken muss, erlebt Caio augenblicklich ein völlig neues Gefühl. Das Sorgenkind früherer Tage wirkt wie befreit. Unterstützung vom Trainer, die gab es seit seinem Wechsel von Brasilien nach Frankfurt im Januar 2008 eher selten. Daran hatte der 23-Jährige nicht unwesentlichen Anteil, denn er präsentierte sich selbstverschuldet oft alles andere als in bester körperlicher Verfassung. Die neue, vielleicht letzte Chance bei der Eintracht ergreift der knapp vier Millionen Euro teure Einkauf nun.

Übergewicht zu Beginn der Vorbereitung? Davon ist nichts zu sehen. "Caio kam mit einem ordentlichen Leistungsstand zurück." Der neue Trainer Michael Skibbe ist zufrieden. Der Ballvirtuose hat seine Lektion wohl begriffen. Diesmal hielt er sich an die Vorgaben, die er vom Verein für die Erholungsphase beim Heimatbesuch in der Sommerpause mit auf den Weg bekommen hatte. "Südamerikaner absolvieren im Urlaub nicht gerne Laufprogramm", weiß Skibbe aus Erfahrung mit Dede oder Evanilson einst in Dortmund.

Caio hat aus seinen Fehlern offenbar gelernt. Skibbe spürt jedenfalls, dass sein Schützling alles daransetzt, um zukünftig erste Wahl zu sein: "Er hat sich viel vorgenommen, war mit seiner Situation selbst nicht glücklich. Nun möchte er eine Menge besser machen." Dabei hilft ihm der Trainer entscheidend: "Caio kriegt jede Unterstützung!" Rückendeckung durch den Trainer soll ihm nun Rückenwind geben, um mit eineinhalb Jahren Verspätung doch noch den Durchbruch in der Bundesliga zu schaffen. Zeit wirds. Drei Tore in 27 von 51 möglichen Ligaspielen und in der Saison 2008/09 ein kicker-Notenschnitt von 3,94 sind bei Weitem nicht das, was sich die Eintracht und Caio versprochen hatten.

Zugesagt ist Skibbe noch eine Verstärkung für das defensive Mittelfeld. Vorstandschef Heribert Bruchhagen fordert jedoch Geduld ein: "Ich muss 2,5 Millionen im Etat einsparen. Der nächste Transfer wird ein Spieler sein, der von uns weggeht."

Uli Gerke