Karlsruhe: Torfluch endet nach 752 Minuten

Freis, Franz, Kennedy - drei Glücksbringer?

Karlsruhe: Einwechselung von Maik Franz

Einwechselung von Maik Franz nach 172 Tagen Verletzungspause imago

Weil Freis nach 752 Minuten und acht Nullnummern endlich den Torfluch des KSC beendete. Weil Maik Franz nach 172 Tagen Zwangspause zurück ist und Schub für den Schlussspurt verspricht. Weil Joshua Kennedy nach 80 Tagen Verbannung den oft harmlosen Angriff wiederbelebte. "Joshua nimmt die wichtigen Zweikämpfe an, hält den Ball und kann ihn mal reinspielen wie beim 1:1. Das erleichtert das Spiel auch für mich", freut sich Freis über die Verstärkung im Angriff.

Welche Bedeutung Franz in Karlsruhe hat, erlebte der Wildpark am 19.April, 17.03 Uhr. Mit der Einwechslung des Kapitäns ging ein Ruck durchs Stadion! Die Rückkehr von Franz und wenige Minuten zuvor der Ausgleich durch Giovanni Federico ließen die aufgeheizte Stimmung auf den Rängen wieder kippen. Die Eskalation, die nach der Auswechslung von Godfried Aduobe (63.) mit lautstarken "Becker raus"-Rufen drohte, konnte gerade noch abgewendet werden.

Wir fühlten uns gegenüber dem Trainer in der Pflicht. Und an der Ehre gepackt. Wir wollten den Leuten zeigen, dass diese Elf bereit ist, bis zum letzten Moment alles zu geben.

Christian Eichner

Die Fans werteten die Herausnahme des Ghanaers als Fehlentscheidung. Sie hatten nicht mitbekommen, dass er seinem Trainer Wadenprobleme signalisierte, die einen Austausch erforderten. Becker ersetzte den Abräumer im Mittelfeld durch Alexander Iashvili, eine zusätzliche Offensivkraft. Ein klareres Signal zur Aufholjagd hätte der Trainer nicht geben können!

Zur Eigendynamik, die sich entwickelte, erklärt Christian Eichner: "Wir fühlten uns gegenüber dem Trainer in der Pflicht. Und an der Ehre gepackt. Wir wollten den Leuten zeigen, dass diese Elf bereit ist, bis zum letzten Moment alles zu geben." Dass dem ersehnten Sieg beim Federico-Schuss der Pfosten im Wege stand, nennt Eichner symptomatisch: "In guten Zeiten wäre der Ball vom Hinterkopf des Torhüters ins Tor..."