Wacker - Jena: Fascher fordert Coolness

Güttlers Posten gefährdet

Günter Güttler, Wacker Burghausen

Muss um seinen Trainerjob bangen: Wacker-Coach Günter Güttler. imago

Über die Ostertage durfte Güttler noch, wobei die Betonung auf "noch" liegt. Wolfgang Grellner, Geschäftsführer des Tabellenvorletzten, wollte keine Garantien für das Verbleiben des Trainers abgeben: "Man muss sehen." Klar sei, die Führungsetage werde "auf jeden Fall das Ganze nicht auf sich beruhen lassen, ohne etwas zu tun".

Schon eine halbe Stunde nach Spielschluss zog sich Grellner mit Sportdirektor Peter Assion und Präsident Hans-Peter Wagner zur Krisensitzung zurück. Über das Ergebnis legten die Verantwortlichen den Mantel des Schweigens, bis zum gestrigen Montagabend gabs keine Entscheidung. Bei dieser hat aber die Wacker-Chemie AG in München, neben dem Verein der zweite Gesellschafter der Burghauser Fußball-GmbH, noch ein Wort mitzureden. Dies wird am heutigen Dienstag geschehen - und es ist gut möglich, dass die letzte Gnadenfrist für Güttler dann endet.

Dass Trainerwechsel Blockaden lösen können, ist den Oberbayern gerade durch ihren Gegner Jena vor Augen geführt worden. Unter Marc Fascher läufts wieder - drei von vier Spielen unbesiegt, zuletzt zweimal gewonnen, vier Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Während 1:0-Schütze Sebastian Hähnge die Gründe des Aufschwungs "nicht erklären" kann ("Das ist ein Phänomen des Fußballs"), versucht der Trainer, jede Euphorie im Keim zu ersticken. "Wir müssen cool, konzentriert und schön auf dem Boden bleiben", kommentierte Fascher den ersten Auswärtssieg nach sechs Niederlagen betont nüchtern.

Oliver Wagenknecht