Champions League

Daeis Doppelpack sorgt für Euphorie

Champions League, Gruppe H, Hertha BSC - FC Chelsea 2:1 (1:0)

Daeis Doppelpack sorgt für Euphorie

Ali Daei hat Hertha BSC Berlin eine grandiose Heimpremiere in der Champions League beschert. Der Neuzugang aus München erzielte in der zweiten und 70. Minute beide Treffer zum 2:1 (1:0)-Erfolg über Chelsea London. Vier Minuten vor dem Ende verwandelte Frank Leboeuf einen von Dick van Burik an Chris Sutton verschuldeten Foulelfmeter und sorgte damit noch für eine spannende Schlussphase. Die Berliner erwischten wie am vergangenen Mittwoch in Istanbul einen Auftakt nach Maß, als sich der neu ins Team gerückte US-Amerikaner Tony Sanneh durchsetzen konnte und den Ball maßgerecht auf den Kopf von Daei servierte. Beim Treffer des Iraners sah Chelseas Innenverteidigung mit den französischen Weltmeistern Marcel Desailly und Leboeuf schlecht aus. Auf der Gegenseite hatte Sekunden zuvor Herthas Torwart Gabor Kiraly gegen einen Flachschuss von Gianfranco Zola sein ganzes Können zeigen müssen. 54.541 Zuschauer im Olympiastadion sahen anschließend eine mittelmäßige erste Hälfte, in der sich das ohnehin schon große Hertha-Lazarett weiter vergrößerte. Nach nur 14 Minuten musste Rene Tretschok wegen erneuter Beschwerden an der linken Ferse den Platz verlassen. Wegen Rückenbeschwerden hatte Andreas Neuendorf zuvor schon passen müssen, auch Andreas Thom konnte wegen seiner Viruserkrankung nicht auflaufen. Zudem musste Hertha-Trainer Jürgen Röber den gesperrten Abwehrchef Kostas Konstantinidis nach dessen Ohrfeige in Istanbul ersetzen. Dafür kehrte zumindest Dariusz Wosz nach seiner Bänderdehnung in die Mannschaft zurück. Abwehrchef Thomas Helmer wurde später eingewechselt, war zuvor bis zu seinem Foul durch Dick van Burik gut vertreten worden. Obwohl die Gastgeber durch einen Kopfball von Michael Preetz (33.) noch eine gute Möglichkeit vor der Pause besaßen, überließen sie mit zunehmender Spieldauer zu sehr der Millionentruppe aus der englischen Hauptstadt die Initiative. Chelsea agierte zwar optisch gefällig, konnte sich aber erst ab dem Ende des ersten Durchgangs mehr Möglichkeiten erarbeiten. Der norwegische Torjäger Tore Andre Flo (45./57./60.) konnte gleich drei Chancen nicht nutzen, dem 1:1 am nächsten kamen aber der Nigerianer Celestine Babayaro mit einem Schuss an das Außennetz (53.) und erneut Zola (56.), der vom Torraumeck aus das Gehäuse verfehlte. Dabei wurde deutlich, warum die Mannschaft von Team-Manager Gianluca Vialli, dem Uruguays Nationalspieler Gustavo Poyet fehlte, in den letzten sechs Pflichtspielen nur drei Tore erzielt hatte. So kam es für den zweimaligen Europapokal-Gewinner der Pokalsieger, wie es kommen musste: Nach einem erneuten Patzer von Leboeuf erlief sich Daei den Ball und schob ihn am niederländischen Torhüter Ed De Goey vorbei. Mit etwas Glück trudelte das Leder vom Innenpfosten die Linie entlang ins Netz.

Spieler des Spiels
Hertha

Ali Daei Sturm

1,5
Spielnote

3
Tore und Karten

1:0 Daei (3', Kopfball, Sanneh)

2:0 Daei (70', Rechtsschuss)

2:1 Leboeuf (86', Foulelfmeter, Sutton)

Hertha
Hertha

Kiraly 2 - Herzog 2 , van Burik 2,5 , An. Schmidt 2,5 - Tretschok , Dárdai 3,5 , Deisler 4, Sanneh 3,5 , Wosz 3,5 - Preetz 3,5, Daei 1,5

Chelsea
Chelsea

de Goey 4 - Desailly 4 , Leboeuf 5 , Ferrer 4 , Le Saux 4,5 - Petrescu 4, Wise 3,5 , Deschamps 3,5, Babayaro 4 - Zola 4, Flo 5

Schiedsrichter-Team

Michel Piraux Belgien

3,5
Spielinfo

Stadion

Olympiastadion

Zuschauer

51.541

Analyse mit Noten folgt am Mittwoch