Bundesliga

Müller muss gehen

FC Schalke 04: Manager beurlaubt

Müller muss gehen

Schalkes Manager Andreas Müller

Nach 21 Jahren auf Schalke ist Schluss. Manager Andreas Müller muss seinen Posten räumen. imago

Der 46-jährige Müller, der als Spieler, Co-Manager und Manager insgesamt 21 Jahre dem Traditionsklub angehörte, war von Tönnies zum Rapport bestellt worden.

Müller, der im Mai 2006 die Nachfolge von Rudi Assauer als Manager auf Schalke antrat, stand bereits seit November wegen seiner Einkaufspolitik stark in der Kritik. Während der Ex-Profi trotz des 1:0-Sieges am Freitag gegen den 1. FC Köln gehen muss, darf der ebenfalls heftig kritisierte Trainer Fred Rutten weiterarbeiten.

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Vor noch nicht einmal 15 Monaten übrigens, im Dezember 2007, hatte Tönnies Müller als "idealen Mann für Schalke" gepriesen, der Aufsichtsrat den ursprünglich im Sommer 2008 auslaufenden Manager-Vertrag bis 2011 verlängert. Wie schnell sich die Meinung änderte, mutet fragwürdig an. Wobei Müller seitdem mit seiner kostenintensiven Einkaufspolitik (u.a. Streit, Grossmüller, Engelaar, Farfan) deutlich danebenlag. "Wir haben Andi immer Vertrauen entgegengebracht", erklärt Tönnies, "aber die Ergebnisse irritieren mich."

Mitte Februar legte Müller ein Zukunftskonzept vor, das aber Aufsichtsrat und Vorstand nicht überzeugen konnte. "In dem Konzept sind einige Dinge enthalten, denen alle vorbehaltlos zustimmen konnten, doch in diversen zentralen Punkten gibt es keine Übereinstimmung", wird Tönnies auf der Vereins-Website zitiert.

Müllers Nachfolge wird vorübergehend auf mehrere Schultern verteilt. Kurzfristig werden die verbliebenen Vorstandsmitglieder Josef Schnusenberg und Peter Peters sowie Fred Rutten Müllers Aufgaben gemeinsam übernehmen: Schnusenberg wird für Verträge und Finanzen, Peters für die organisatorischen, Rutten für die sportlichen Dinge zuständig sein. Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens betonte Tönnies auf der Vereins-Website, dass der Aufsichtsrat den Vorstand in seiner Auffassung unterstützt, dass Fred Rutten Chef-Trainer beim FC Schalke 04 bleibt. "Weiteren kurzfristigen Handlungsbedarf sehen wir nicht, denn alle weiteren Dinge sind geregelt", so Tönnies. "Der Verein ist stabil organisiert und funktioniert."

Ob Rutten die neue Saison in Angriff nehmen darf, bleibt fraglich - angesichts des unansehnlichen Schalker Fußballs, des bisherigen Misserfolgs (Tabellenrang acht, fünf Punkte Rückstand auf die UEFA-Cup-Plätze) sowie Ruttens hoher Mitverantwortung an den millionenschweren Enttäuschungen Engelaar und Farfan.