DFB spricht von "undurchsichtiger" Lage

Özil: "Spiele weiter für Deutschland"

Mesut Özil

Juristisch könnte er sein Nationaltrikot noch wechseln. Doch Mesut Özil will das jetzige behalten. imago

"Das spielt für mich keine Rolle, denn ich habe mich hundertprozentig für die deutsche Nationalmannschaft entschieden", sagte der Bremer. Er habe die Fortsetzung seiner über die Jugendmannschaften durchlaufene Laufbahn beim DFB nie in Zweifel gezogen. Mit einem Vorabbekenntnis habe er sich in der Öffentlichkeit aber bewusst zurückgehalten: "Ich kann mich ja nicht selber nominieren", so Özil, der auch massiv vom türkischen Verband umworben worden war.

Die FIFA hatte ihre Statuten im Mai geändert und dabei festgelegt, dass ein Spieler erst dann nicht mehr den Verband wechseln darf, wenn er in einem offiziellen Wettbewerbsspiel (beispielsweise einem WM-Qualifikationsspiel) eingesetzt wurde. Dies war den DFB-Verantwortlichen offenbar nicht bewusst.

DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach gestand am Montag eine "undurchsichtige" Lage ein, da eine Vielzahl von Paragrafen zu berücksichtigen sei. Zudem müsse Özil wieder die türkische Staatsbürgerschaft annehmen, die er Niersbach zufolge Ende 2007 abgegeben hatte. Diese Voraussetzung war allerdings bereits vor Özils Einsatz im Norwegen-Spiel gegeben.

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Niersbach weiter: "Man könnte darüber juristische Seminare abhalten. Entscheidend ist für uns aber das Bekenntnis von Mesut."

Das Bekenntnis Özils wird vor allem bei Bundestrainer Joachim Löw, der sich am Sonntag noch erstaunt gezeigt hatte ("Das lässt man wieder eine Tür auf, dafür fehlt mir das Verständnis"), aufatmen lassen. Denn somit muss er seine Jahres-Personalplanungen nicht ändern.

Der DFB wollte durch den Einsatz Özils im Norwegen-Test die Dauer-Debatte um die Zukunft des Dribbelkünstlers ein für allemal beenden. Während der kommenden Pflichtspielen in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein (28. März in Leipzig) oder Wales (1. April in Cardiff) war der gebürtige Gelsenkirchner mit türkischen Wurzeln aber für die deutsche U 21 bei den Länderspielen gegen die Niederlande und Weißrussland vorgesehen. Denn im Juni steht die U 21-EM in Schweden an, bei dem Özil das Nachwuchsteam anführen soll.