Kaiserslautern: Enttäuschende Ausbeute

Milan Sasic mahnt und muntert auf

Fußball, 2. Bundesliga: Brauchen Aufmunterung: Die Lauterer Amedick, Robles, Kotysch und Fuchs (v.l.) in Nürnberg.

Brauchen Aufmunterung: Die Lauterer Amedick, Robles, Kotysch und Fuchs (v.l.) in Nürnberg. imago

Alarmierend sind diese Ergebnisse zwar nicht, denn gegen zwei Spitzenmannschaften der 2. Liga sind Punktverluste durchaus einkalkuliert worden. Zumal die Pfälzer beim FCN nach Manuel Hornigs Platzverweis über eine Stunde mit zehn Mann auskommen mussten. Doch gerade die schwache erste Hälfte gegen Mainz und der Mangel an mannschaftlicher Geschlossenheit beim Auftritt in Franken sorgen bei Fans und Verantwortlichen für so manche Sorgenfalte.

Natürlich kann man es wie der vom Platz gestellte Hornig sehen: "Das war nicht unser Tag." Oder wie Abwehrspieler Alexander Bugera: "Das war einfach ein Scheißspiel, das wir schnell abhaken müssen." Wobei mit einem allzu schnellen Abhaken nicht zu rechnen ist.

Dazu ist Lauterns Trainer Milan Sasic viel zu sehr Perfektionist und akribischer Arbeiter. Er wird die Fehler in der Analyse knallhart angesprochen und den Finger in die Wunde(n) gelegt haben. Der Kroate ist natürlich enttäuscht von der bisherigen Rückrunden-Ausbeute. Insgesamt gesehen nimmt er seine Mannschaft aber in Schutz. "Wir haben auch schon sehr viel Gutes gemacht, aber heute eben nicht", sagte der 50-jährige Fußballlehrer nach dem Nürnberg-Spiel.

"Wir sind schwer bestraft worden"

Von einem kollektiven Versagen will Sasic nicht sprechen: "So etwas passiert einer jungen Mannschaft. Wir sind schwer bestraft worden für unsere individuellen und taktischen Fehler. Wenn wir weiter so agieren, werden wir auswärts aber nicht viel holen." Sein Blick nach vorne bleibt dennoch optimistisch: "Wenn wir diese Fehler abstellen, können wir noch viel erreichen."

Fünf neue Spieler hat der Coach gemeinsam mit FCK-Boss Stefan Kuntz in der Winterpause an den Betzenberg gelotst. Und natürlich gibt es jetzt schon Stimmen, die sagen: Dadurch wurde Unruhe in eine funktionierende Mannschaft gebracht. Aber erstens sind erst zwei Spiele absolviert und zweitens war die Bilanz der "Roten Teufel" gerade auf fremden Geläuf schon in der Hinrunde nicht berauschend (8 Punkte, Platz 9 in der Auswärtstabelle). Dazu wurde der FCK im neuen Jahr von Verletzungen und Krankheiten gebeutelt, wie etwa durch den Ausfall von Kapitän Axel Bellinghausen. Der wird am Sonntag gegen Ingolstadt aber zumindest wieder auf der Bank sitzen.

Die Punkte gegen Mainz und Nürnberg sind verloren - mehr ist (noch) nicht passiert. Setzt sich jedoch die Negativserie gerade auswärts fort, könnte ein Ende der Lauterer Herrlichkeit durchaus bevorstehen.

Steffen Gall