Bundesliga Analyse

Bundesliga 1999/00, 1. Spieltag

SPIELBERICHT

Personal: Der VfB startete mit vier Neueinkäufen: Rangnick schickte eine neue Innenverteidigung mit Todt und Bordon sowie einen neuen Angriff mit Kuka und Ganea aufs Feld. Djordjevic besetzte die rechte Außenbahn, auf der linken Seite erhielt Carnell den Vorzug vor Neu-Nationalspieler Gerber, der nicht einmal auf der Bank saß. Balakov spielte trotz noch nicht vollständig auskuriertem Innenbandanriss im Knie. Von Harald Kaiser und Thomas Roth Schaaf brachte Tjikuzu, den Neuzugang von den eigenen Amateuren, auf der rechten Seite und ließ den offensiven Mittelfeldspieler Dabrowski zunächst draußen.

Taktik: Beide Mannschaften traten in der gleichen Grundaufstellung, einem 4-4-2-System an, wobei Werders Außenverteidiger Tjikuzu und Wiedener offensiver agierten als die Stuttgarter Thiam und Keller. Die beiden Bremer Innenverteidiger Baumann und Barten spielten permanent als Manndecker. In Nuancen unterschiedlich auch die Interpretationen der Viererketten im Mittelfeld, die beim VfB durch Djordjevic und Carnell offensiver ausgerichtet war als bei Werder, wo Eilts, Wicky und Frings sehr vorsichtig auftraten.

Spielverlauf: Schon nach drei Minuten hätte Kuka freistehend vor Rost einen Treffer erzielen und so die bestehenden Strukturen aufbrechen können. Doch so zog sich das Anfangs-Bild bis zum Ende durch. Werder präsentierte sich zögerlich, zuerst auf Torsicherung bedacht. Die Laufwege der meisten Spieler waren eher defensiv ausgerichtet. Da zudem im Aufbau relativ viele Fehlpässe produziert wurden - bestes Beispiel: der eifrige Nachwuchsmann Tjikuzu -, blieben konstruktive Angriffe die Ausnahme. Nur nach Soldos Platzverweis streckten die Bremer die Fühler ein wenig kecker aus. Dieser Temperamentsausbruch mündete in Wickys Kopfball, den Carnell von der Linie kratzte (60.), und verpuffte ebenso schnell, wie er gekommen war.

Der VfB war engagierter. Doch da Balakov in der Zentrale die Fäden nicht in die Hand bekam - ein Fehlpass des Regisseurs führte auch zum Konter und als Spätfolge zu Soldos Ausschluss - wur- de der Druck nie so hoch, dass das Abwehrbollwerk des Gegners fiel. Einzelne Risse, für die vor allem der eifrige Carnell über die linke Außenbahn sorgte, flickte der souveräne Rost.

Spieler des Spiels

Frank Rost Tor

1,5
Spielnote

4
Tore und Karten

Tore Fehlanzeige

Stuttgart

F. Wohlfahrt 3 - Thiam 2,5, Todt 3, Bordon 3, J. Keller 4 - Soldo 3,5 , K. Djordjevic 4,5 , Carnell 2,5, Balakov 4,5 - Ganea 4 , Kuka 4,5

Bremen

Rost 1,5 - Baumann 2,5, Barten 3,5 - Tjikuzu 4,5 , Wiedener 4,5, Frings 4, Eilts 2,5, Wicky 2,5, Maksymov 5 - Seidel 4,5 , M. Bode 3,5

Schiedsrichter-Team

Georg Dardenne Nettersheim

3
Spielinfo

Stadion

Gottlieb-Daimler Stadion

Zuschauer

33.000

Fazit: Verdientes 0:0. Stuttgart im Aufbau nicht energisch und im Abschluss nicht präzise genug. Bremen zu vorsichtig.