Sticheleien vorm Spitzenspiel zwischen München und Hoffenheim

Die Attacke beginnt

Hoffenheims Vedad Ibisevic und Bayern-Manager Uli Hoeneß

Die ersten Sprüche kommen aus München: Vedad Ibisevic hört genau auf Uli Hoeneß´ Worte. imago

Der Bayern-Blick: In Kürze schon will Manager Uli Hoeneß auch in der Tabelle wieder von oben auf die Hoffenheimer hinabschauen. Seine Sprüche haben es schon Tage vor dem ersten Aufeinandertreffen in sich.

Es gibt Fußballspiele, die will man nicht nur gewinnen. Manchmal reicht das nicht. Es gibt Fußballspiele, in denen will man mehr: Eine Demonstration für sich selbst. Eine Demütigung für den Gegner.

Wenn der FC Bayern am Freitagabend als Tabellenzweiter auf die unverschämterweise vor ihm liegende TSG 1899 Hoffenheim trifft, dann wird endlich die Partie angepfiffen, über die sie in München schon seit Wochen reden. Sie wollen es dem Dorfklub zeigen. Sie wollen kein 1:0, sie wollen einen Urknall. Und wie immer vor so einem prächtigen Spiel geben die Oberen des Rekordmeisters sofort eines: Vollgas. Uli Hoeneß spricht schon jetzt vom "Spiel der Spiele". Gegen Hoffenheim! Der Manager der Bayern stellt gleich mal ein paar Dinge klar. Wer gewinnt, zum Beispiel: "Die Leistung der zweiten Halbzeit von Leverkusen reicht auch gegen Hoffenheim, da können Sie sicher sein."

Natürlich haben wir die besseren Spieler als Hoffenheim. Wir haben die besten.

Uli Hoeneß

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Bei Bayer gabs ein 2:0. Hoeneß Kommentar: "Dass wir die auf den Boden zurückgeholt haben, hat ja schon Tradition." Wer den stärksten Kader hat, ist ebenso klar: "Spiele werden nicht durch Taktik entschieden, sondern durch die besseren Spieler. Natürlich haben wir die besseren Spieler als Hoffenheim. Wir haben die besten." Überhaupt, Hoffenheim. Zu Saisonbeginn haben die Bayern den Aufsteiger geduldet, sich ein bisschen über ihn lustig gemacht wie Karl-Heinz Rummenigge (1899? "Ich frage mich: Wo haben die sich über 100 Jahre lang versteckt?") und ihm für kurze Zeit die Tabellenspitze gestattet. Jetzt ist Schluss. Jetzt gibts Kontra. "In Hoffenheim wird sehr professionell gearbeitet - und mehr bezahlt, als sie überall rumerzählen", sagt Hoeneß. Es ist die nächste Spitze. Und wir haben erst Montag.

Die Bayern können gerne Herbstmeister werden, wenn wir am Ende Meister werden.

Francisco Copado

In Hoffenheim reagieren sie cool. "Wir bereiten uns auf München genauso vor wie auf Bielefeld", sagt Trainer Ralf Rangnick. Was Hoeneß meint, sei nicht so spannend. Gute Sprüche beherrschen sie beim Tabellenersten aber auch: "Die Bayern können gerne Herbstmeister werden, wenn wir am Ende Meister werden", meint Angreifer Francisco Copado. Mittelfeldmann Tobias Weis ergänzt: "Wenn die Bayern jemand schlagen kann, dann wir."

Vorteil Hoffenheim? Diese fünf aktuellen Trainer haben die beste Bilanz gegen Bayern:

Trainer Spiele Siege Remis Niederlagen Punkte/Spiel
Ralf Rangnick 12 5 4 3 1,58
Thomas Schaaf 19 8 5 6 1,53
Bojan Prasnikar 2 1 0 1 1,5
Dieter Hecking 5 2 0 3 1,2
Hans Meyer 10 2 5 3 1,1

Dietmar Hopp wird beim großen Duell am Freitag nicht dabei sein. Der kicker erreichte den Vater des "Wunders von Hoffenheim", das es mit diesem Titel seit Samstag auch als Buch gibt, in Florida, wo er bis Mitte Dezember bleiben wird. Dort schaute er sich den elften Saisonsieg seiner TSG, ein lockeres 3:0 gegen Bielefeld, im Internet an. "Es ist eine tolle Geschichte, als Tabellenführer nach München zu fahren", sagt Hopp. Er tippt auf ein 2:2. Das würde wohl reichen zur Herbstmeisterschaft, die sein Freund Franz Beckenbauer schon vergeben hat: "Ich bin überzeugt, dass Hoffenheim am Ende der Hinrunde ganz vorne steht."

Der 48. Gegner des FC Bayern in der Bundesliga ist sein derzeit schwerster. Das glaubt auch Hoeneß: "Trotz der Finanzkrise hat der Herr Hopp schon noch ein paar Euro übrig, deshalb muss man sie ernst nehmen in den nächsten Jahren."

Was wäre die Bundesliga ohne diese Sprüche?

M. Ebert, T. Müller, B. Salamon