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Das "U-Boot" taucht wieder auf

Überblick: Albin, der Real-Schreck - Messi-Gala in Sevilla

Das "U-Boot" taucht wieder auf

Fußball, FC Villarreal: Jubel über den Sieg

Das "gelbe U-Boot" jubelt wieder: Villarreals Torschütze Ariel Ibagaza wird von seinen Kollegen geherzt. picture-alliance

Wo der Spieltag begann, dort endete er auch: in der "Bärenstadt" Madrid. Atletico ist genauso wie die anderen spanischen Champions-League-Teilnehmer vorzeitig für das Achtelfinale qualifiziert, gegen die PSV Eindhoven gelang ein 2:1-Erfolg. Gegen Santander mussten die Colchoneros erst einmal einem Rückstand hinterher laufen. Tchité hatte die Gäste in der Anfangsphse mit einem verwandelten Foulelfmeter in Führung gebracht (7.). Doch dann lief es für Atletico. Erst traf Simao (21.) zum Ausgleich, dann sah Santanders Cesar Navas nach einem rüden Foul Rot (32.). Aguero erzielte unmittelbar danach die Führung (34.). In der Schlussphase machte Forlan mit einem Doppelpack den Sack endgültig zu (78., 82.).

Spannung in Valencia

Spannend machte es der FC Valencia gegen Real Betis. Das Emery-Team führte gegen die Andalusier bereits mit 2:0, musste dann aber einen Platzverweis (Marchena) und den Ausgleich hinnehmen. In Unterzahl schaffte Valencia aber noch das 3:2-Siegtor durch Routinier Baraja und überholt so Real Madrid in der Tabelle.

Schier endlos lang ist das Mittelfeld in der Primera División. Hinter dem Führungsquintett kann so gut wie alles passieren. Ganz unten aber wird die Luft langsam dünn. Bilbao war am Sonntagnachmittag gegen den Tabellennachbarn Numancia zum Siegen verdammt. Und nach wenigen Minuten konnten die Fans des baskischen Traditionsvereins in der Kathedrale San Mames aufatmen. Llorente traf kurz nach dem Anpfiff (6.), legte noch in Halbzeit eins den zweiten Treffer nach (30.). Das genügte, um Numancia in Schach zu halten. Der Platzverweis für Abwehrspieler Etxeita in der Schlussphase spielte keine große Rolle mehr für den Ausgang der Partie.

Villarreal zurück in der Spur

Auch Schlusslicht Huelva musste dringend punkten - unmöglich erschien dies nicht. Der Nimbus der Unbesiegbarkeit von Kontrahent Villarreal ist jedenfalls seit der 0:3-Heimniederlage gegen Valladolid dahin. Doch das "Gelbe U-Boot" aus der Levante präsentierte sich im "Nuevo Colombino" bei den "Decanos" clever, ging durch Cazorla in Front (26.). Noch vor der Pause dann die Entscheidung: Ibagaza setzte einen Freistoß mitten in eine Drangphase der Hausherren (44.). Adrian Colungas Elfmetertor bedeutete zwar den Anschlusstreffer (83.), doch es sollte letztlich nicht mehr reichen. Huelva kommt seit nun zwölf Partien ohne das Gefühl des Siegens aus und ziert weiterhin das Tabellenende.

Valladolid kam bei eisigen Temperaturen in Kastilien nach dem Überraschungscoup bei Villarreal auch gegen Mallorca zu einem Sieg. Die etatmäßige Sturmspitze Victor musste wegen einer Erkältung passen, Goitom rückte in die Startelf. Das Tor erzielte aber Innenverteidiger García Clavo (28.). Mallorca, das Abwehrmann David Navarro wegen eines Zusammenpralls mit Mitspieler Josemi noch vor der Pause ersetzen musste, kam nie wirklich zurecht. Spätestens nach Dorados 2:0 (55.) war die Messe gelesen und die Punkte verblieben bei der Elf von Coach Jose Luis Mendilibar. Das dritte Tor durch Goitom (65.) war nur die Zugabe in einer einseitigen Partie.

Espanyol entlässt "Tintin" Marquez

Nach drei Pleiten in Folge und Rang 17 in der Tabelle kriselte es gewaltig bei Espanyol Barcelona. Trainer Bartolome "Tintin" Marquez und seine Elf standen gegen Sporting Gijon gewaltig unter Druck - dem sie nicht standhielten. Gijon war Herr im fremden Hause, erzielte durch Carmelo den Führungstreffer (29.) und konnte zur Pause auf dem Montjuic eine "Pañolada" - das mißgünstige Schwenken weißer Taschentücher - der Heimfans miterleben. Die wiederholte sich auch nach dem Schlusspfiff, denn Tore wollten in Barcelona nicht mehr fallen. Konsequenzen folgten umgehend: Wenige Stunde nach der Pleite wurde Marquez entlassen.

Drama in Malaga

Der 13. Spieltag

Malaga hatte im heimischen "La Roselada" mit den Basken von Osasuna zunächst wenig Probleme. Die Tore fielen alle im zweiten Durchgang. Apoño vom Elfmeterpunkt (55.) und Baha per Kopf (61.) genügten sechs Minuten, um den Gegner aus Pamplona in die Schranken zu weisen. jetzt wurde es richtig dramatisch: Denn Osasuna kam zurück. Nekounam (79.) und Miguel Flaño brachten die Gäste per Doppelschlag wieder heran. Luque mit einem abgefälschten Schuss und Eliseu in der Nachspielzeit stellten den Heimsieg in einer hektischen Schlussphase sicher.

La Coruñas Coach Miguel Angel Lotina feierte beim 1:0-Auswärtssieg in Almeria seinen 100. Sieg in der Primera Division.

Real Madrid - Völlig aus dem Tritt

Den Auftritt am Samstagabend im Vorort Getafe haben sich die Stars von Real Madrid sicherlich anders vorgestellt. Im Stadtderby hatten die "Königlichen", mit zuletzt zwei farblosen 1:0-Siegen gegen Huelva und in der Champions League bei Borisov scheinbar aus der Krise, das Nachsehen.

Juan Albin

Mann des Abend im Derby: Juan Albin traf zweimal für Getafe und gab eine Vorlage. imago

Die Heimelf hatte in Albin den Matchwinner in ihren Reihen. Der Mann aus Uruguay wuchtete schon nach drei Minuten einen Kopfball ins Real-Netz und erwischte zu Beginn des zweiten Durchgang Casillas auf dem falschen Fuß. Nach Saviolas erstem Saisontor keimte Hoffnung bei Bernd Schuster bei seinem Ex-Klub auf, die zerstreute aber Uche - auf Zuspiel von Albin.

Getafe, 73 Minuten mit U-21-Nationalelf-Kapitän Eugen Polanski, hat sich im Mittelfeld festgespielt, Real und Schuster einen weiteren Nackenschlag einstecken müssen.

Messi dreht auf, Barça siegt in Sevilla

Messi und Eto'o

Messi, immer wieder Messi: Zwei Tore, eine Vorlage für Eto'o - Barca siegt in Sevilla. imago

Real verlor, Barcelona zog am Abend mit einem Sieg beim FC Sevilla davon. Die Tormaschine der Katalanen lief wie am Mittwoch beim 5:2 Sporting Lissabon wieder auf Hochtouren. Insbesondere Lionel Messi. Der Argentinier bediente, wenn auch leicht abgefälscht, Eto'o, der mit Saisontreffer 14 Barcelona in Führung schoss (20.). Damit aber nicht genug. Mit einem Doppelschlag machte Messi selbst in Durchgang zwei den Sack für die Guardiola-Elf zu. Dani Alves durfte sich so bei seiner Rückkehr nach Sevilla, wo er sechs Jahre lang spielte, über einen Dreier freuen.