Bundesliga

50+1: Frist verschiebt sich erneut

Verlängerung bis Ende Oktober

50+1: Frist verschiebt sich erneut

Viele Fans haben eine klare Meinung zur 50+1-Regel.

Viele Fans haben eine klare Meinung zur 50+1-Regel. picture alliance / augenklick/firo Sportphoto

Unklar ist jedoch, welche Verfahrenspartei den Antrag gestellt hat. Mittlerweile hat sich gefühlt die halbe Bundesliga beiladen lassen, zuletzt RB Leipzig. Außerdem sind Deutsche Fußball-Liga DFL und Deutscher Fußball-Bund DFB Teil des Verfahrens. Das Kartellamt überprüft die 50+1-Regel auf Anregung der Liga. Im Frühsommer war die Behörde zu der Einschätzung gekommen, dass die Beschränkung, wonach der Stammverein stets die Mehrheit an der Kapitalgesellschaft eines Profifußballklubs halten muss, kartellrechtlich aufgrund der sportpolitischen Zielsetzung in Ordnung sei. Allerdings hatte es die Ausnahmen VfL Wolfsburg (100-prozentige Tochter der VW AG), Bayer Leverkusen (100-prozentige Tochter der Bayer AG) und TSG Hoffenheim (zu 96 Prozent in der Hand von Dietmar Hopp) als bedenklich eingestuft. Auch das Modell RB Leipzig scheint die Behörde in der Gesamtschau kritisch zu sehen.

Mitte Juli hatte die Liga auf einer Mitgliederversammlung das weitere Vorgehen besprochen und eine schriftliche Stellungnahme angekündigt. Tenor: 50+1 solle erhalten bleiben, wobei die Lösung allen 36 Klubs der Bundesliga und 2. Liga gerecht werden solle - also auch den Ausnahmen. Diese hatten sich zuvor in einem Brandbrief an die Liga gewandt, weil sie um ihre Existenz im Spitzenfußball fürchteten. Zudem ließ sich das Trio zum Verfahren beiladen, vertreten wird es dort von Cleary-Gottlieb. Die Großkanzlei erwirkte die letzte Fristverlängerung beim Amt und zwar bis 29. September. Nun hat es den Stichtag offenbar nochmal um einen Monat nach hinten verschoben.

Benni Hofmann