Bundesliga

50+1: Auch RB lässt sich beiladen

Prüfverfahren des Kartellamts

50+1: Auch RB lässt sich beiladen

Eckfahne mit Logo von RB Leipzig.

Eckfahne mit Logo von RB Leipzig. imago images/Passion2Press

Damit folgt RB den Konzernklubs Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg sowie der TSG Hoffenheim, deren Hauptanteilseigner Software-Milliardär Dietmar Hopp ist. Dieses Trio hat Ausnahmen von der 50+1-Regelung erhalten, das Bundeskartellamt hatte diese Sonderregelungen kritisiert. Ende Mai hieß es in einer vorläufigen Einschätzung der Behörde: "Wenn einigen Klubs größere Möglichkeiten zur Einwerbung von Eigenkapital zur Verfügung stehen als anderen, dürfte dies nicht zur Ausgeglichenheit des sportlichen Wettbewerbs beitragen, sondern ihn eher verzerren." Das Trio hatte daraufhin eine Protestnote formuliert und sich ebenso dem Verfahren beiladen lassen, genau wie bereits zuvor der FC St. Pauli, Hannover 96, Mainz 05 und Borussia Dortmund. Mittlerweile nimmt auch der DFB teil.

Hintergrund: Die DFL, die den Spielbetrieb der Bundesliga und der 2. Liga organisiert, hatte ein Prüfverfahren beim Kartellamt angeregt. Im Frühsommer kam die Behörde zu der Einschätzung: Grundsätzlich kann die 50+1-Regel, die den Einfluss von Investoren begrenzen soll, trotz ihres den Wettbewerb beschränkenden Charakters kartellrechtlich aufgrund der sportpolitischen Zielsetzung in Ordnung sein. Allerdings hatte das Amt die drei genannten Ausnahmen für bedenklich erklärt. Die Kapitalgesellschaften von Wolfsburg und Leverkusen sind jeweils hundertprozentige Töchter der Volkswagen und der Bayer AG, an der Fußball-Spielbetriebs-GmbH der TSG hält Hopp 96 Prozent. Mitte Juli hatte sich die Mitgliederversammlung der DFL, also die 36 Klubs aus Bundesliga und 2. Liga, mit der vorläufigen Bewertung des Amtes befasst, aber keine Beschlüsse verabschiedet, sondern eine schriftliche Stellungnahme des DFL-Präsidiums angekündigt.

Reaktion auf Aussagen von Kartellamtspräsident Mundt?

Dass Leipzig nun ebenfalls dem Verfahren beitritt, dürfte auch eine Reaktion auf Aussagen von Kartellamtspräsident Andreas Mundt sein. Der 61-jährige Verwaltungsjurist hatte Ende Juni via SZ erklärt: "Natürlich muss man da auch die Frage stellen, ob das denn deckungsgleich ist mit dem, was in Leipzig durch eine findige Auslegung des Vereinsrechts praktiziert wird. Das sollte meines Erachtens jetzt mitdiskutiert werden." Denn offiziell hält der von vielen Fan-Organisationen kritisch beäugte "Brause-Klub" 50+1 ein, da die Stimmenmehrheit in der RasenBallsport Leipzig GmbH formal beim e.V. liegt, obwohl ihm nur ein Prozent der Gesellschaft gehört. Allerdings gilt es als quasi unmöglich, Mitglied in dem sächsischen Verein zu werden - außer für eng mit dem Getränkehersteller Red Bull, der die weiteren 99 Prozent der GmbH hält, verbandelte Personen.

Benni Hofmann