Bundesliga

50+1: Auch DFB stellt Beiladungsantrag

Dachverband bislang noch nicht im Verfahren

50+1: Auch DFB stellt Beiladungsantrag

Eingang zur Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Eingang zur Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). picture alliance

Um die Prüfung der nicht unumstrittenen Regel gebeten hatte der Ligaverband DFL, der streng genommen als Pächter der Vermarktungsrechte von Bundesliga und 2. Liga "nur" ein Mitgliedsverband des DFB ist. Beide Verbände haben 50+1 in ihren Statuten verankert. Die Regel schreibt vor, dass der Mutterverein im Falle einer Ausgliederung des Profispielbetriebs die Stimmenmehrheit an der entsprechenden Kapitalgesellschaft halten muss. Drei Ausnahmefälle gibt es derzeit: die 100-prozentigen Konzerntöchter Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg und die von Dietmar Hopp geförderte TSG Hoffenheim, deren Spielbetriebs-GmbH sich zu 96 Prozent in der Hand des Mäzens befindet. Ende Mai hatte das Kartellamt erklärt, dass die Regel im Grunde zulässig sei, jedoch die Ausnahmen kritisiert. Die 36 Mitglieder des Ligaverbandes wollen sich auf einer Versammlung Mitte Juli besprechen. Bayer, VfL und TSG haben sich zuletzt ebenfalls beiladen lassen und fürchten um ihr Bestandsrecht.

Nun folgt der DFB dem Trio. Dass das Kartellamt den Dachverband noch nicht selbst zum Verfahren hinzugezogen hat, wirft durchaus Fragen auf. Denn als ebenso Betroffener hätte der DFB ohnehin einen Anspruch auf rechtliches Gehör gehabt, eigentlich wäre eine frühere Beiladung notwendig gewesen. Vertreten wird der DFB nach kicker-Informationen in der Sache nun von Dr. Thomas Summerer - ehemals Direktor Recht und Personal bei der DFL GmbH.

Zuletzt hatte Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" seine Zuversicht ausgedrückt: "Wir haben bislang auch für den Profifußball immer eine gute Lösung gefunden, und es gab ja in den vergangenen Jahren schon andere schwierige Situationen." Allerdings stellte Mundt auch erstmals namentlich klar, dass im Zuge einer Lösungsfindung über das Modell RB Leipzig debattiert werden müsse: "Natürlich muss man da auch die Frage stellen, ob das denn deckungsgleich ist mit dem, was in Leipzig durch eine findige Auslegung des Vereinsrechts praktiziert wird. Das sollte meines Erachtens jetzt mitdiskutiert werden."

Benni Hofmann