Bundesliga 2019/20, 10. Spieltag
19:33 - 46. Spielminute

Spielerwechsel (Hertha)
Löwen
für Skjelbred
Hertha

19:33 - 46. Spielminute

Spielerwechsel (Union)
Mees
für Bülter
Union

19:52 - 61. Spielminute

Gelbe Karte
K. Schlotterbeck
Union

20:00 - 69. Spielminute

Gelbe Karte
Boyata
Hertha

20:07 - 76. Spielminute

Spielerwechsel (Union)
Polter
für Andersson
Union

20:09 - 78. Spielminute

Spielerwechsel (Hertha)
Kalou
für Ibisevic
Hertha

20:17 - 87. Spielminute

Tor 1:0
Polter
Foulelfmeter,
Rechtsschuss
Vorbereitung Gentner
Union

20:20 - 89. Spielminute

Spielerwechsel (Hertha)
Selke
für Mittelstädt
Hertha

20:24 - 90. + 3 Spielminute

Spielerwechsel (Union)
Ryerson
für Ingvartsen
Union

FCU

BSC

Union startet Heimserie - Spielunterbrechung nach Wiederanpfiff

Polter sticht als Joker: Union gewinnt Berliner Derby

Voller Einsatz: Unions Marvin Friedrich im Zweikampf mit Maximilian Mittelstädt (r.).

Voller Einsatz: Unions Marvin Friedrich im Zweikampf mit Maximilian Mittelstädt (r.). imago images

Unions Coach Urs Fischer mischte seine Startelf nach dem 3:1-Pokalsieg in Freiburg kräftig durch und schickte mit Subotic, Trimmel, Gentner, Bülter und Andersson fünf Neue ins Rennen. Parensen (Probleme im Brustbereich), Ryerson, Schmiedebach, Mees und Ujah (alle Bank) rotierten raus.

Herthas Trainer Ante Covic tauschte im Vergleich zum 5:4 nach Elfmeterschießen im Pokal gegen Dresden sogar sechsmal: Jarstein (Tor), Klünter, Boyata, Mittelstädt, Skjelbred und Ibisevic ersetzten Kraft (Tor), Rekik, Plattenhardt, Duda, Kalou (alle Bank) und Darida (Gelb-Rot-Sperre).

Beinah-Paukenschlag von Lenz

Spielerisch war das Berliner Derby kein Zuckerschmaus, allerdings durchaus etwas für Taktikliebhaber. Die Hertha war vor allem darauf bedacht, hinten gut zu stehen, tat dies aber zunächst nicht sonderlich gut: Lenz köpfte schon nach drei Minuten an den Pfosten, ehe Gentners Kopfball in den Armen von BSC-Schlussmann Jarstein landete (6.).

Die Eisernen waren einen Tick aggressiver, störten früher und probierten es immer wieder über die Außen. Allerdings stellte sich die Hertha mit zunehmender Spieldauer darauf ein, machte die Räume eng und ließ im Grunde kaum noch etwas zu. Nach vorne fiel den Gästen aber herzlich wenig gegen die lauffreudigen Gastgeber ein.

Die Herthaner sahen sich im Mittelfeld meist mit zwei Gegenspielern konfrontiert, konnten so ihr Spiel kaum einmal strukturiert aufziehen und griffen auch deshalb immer wieder auf das Mittel des langen Balles zurück - damit hatten Friedrich, Schlotterbeck und Subotic aber wenig Mühe. So entwickelte sich ein interessantes, aber recht ereignisarmes Spiel. Das Hauptproblem war, dass hüben wie drüben zu selten das Tempo wirklich verschärft wurde. So verwunderte es wenig, dass es mit 0:0 in die Pause ging.

Spielunterbrechung nach dem Seitenwechsel - Strafstoß entscheidet das Derby

Durchgang zwei startete mit Szenen, die man in Fußballstadien nicht sehen möchte: Fans beider Lager zündeten Pyrotechnik, aus dem Hertha-Block flogen dann aber Raketen auf den Rasen, eine schlug in unmittelbarer Nähe von Union Berlins Co-Trainer Markus Hoffmann ein (48.). Schiedsrichter Deniz Aytekin unterbrach die Begegnung für knapp sechs Minuten.

Sebastian Polter

Unions Matchwinner: Sebastian Polter. imago images

Anschließend wurde wieder Fußball gespielt - das aber nicht unbedingt auf besonders hohem Niveau. Hüben wie drüben fehlte es den Akteuren an zündenden Ideen. Viel Kampf, aber auch viel Krampf wurde geboten, sodass die Partie weitgehend chancenlos vor sich hinplätscherte.

In der Schlussphase wurde es dann aber noch einmal turbulent, weil Boyata viel zu ungestüm Gentner im eigenen Sechzehner zu Fall brachte und so einen unnötigen Elfmeter verursachte. Der eingewechselte Polter übernahm die Verantwortung, traf wuchtig ins linke Eck (90.) und bescherte Eisern Union damit den ersten Derbysieg der Bundesliga-Geschichte. Die Köpenicker feierten zugleich den zweiten Heimsieg in Serie.

Unschönes Nachspiel nach Abpfiff

Es gab allerdings noch ein unschönes Nachspiel, denn nach Abpfiff benahmen sich wieder Fans daneben. Aus dem Hertha-Block wurden abermals Raketen auf den Rasen geschossen - und wieder wurden Menschen nur knapp verfehlt. Auf der anderen Seite hatten einige vermummte Union-Anhänger den Zaun überwunden und waren schon auf dem Rasen. Dort wurden sie jedoch von Spielern der Eisernen aufgehalten und überredet, zurück in den Block zu gehen. So wurde wohl Schlimmeres verhindert.

Spieler des Spiels

Marvin Friedrich Abwehr

2
Spielnote

Ein spannendes, aber auch höhepunktarmes und recht zähes Spiel ohne fußballerische Finesse.

4,5
Tore und Karten

1:0 Polter (87', Foulelfmeter, Rechtsschuss, Gentner)

Union

Gikiewicz 3 - Friedrich 2, K. Schlotterbeck 3 , Subotic 3 - Trimmel 3, Andrich 2,5, Gentner 3, C. Lenz 2,5, Ingvartsen 4 , Bülter 5 - Andersson 4

Hertha

Jarstein 3 - Klünter 4, Stark 3,5, Boyata 4 , Mittelstädt 4 - Skjelbred 5 , Grujic 4,5, M. Wolf 4,5, Dilrosun 4,5 - Lukebakio 5, Ibisevic 4,5

Schiedsrichter-Team

Deniz Aytekin Oberasbach

2
Spielinfo

Stadion

Stadion An der Alten Försterei

Zuschauer

22.012 (ausverkauft)

Für beide Mannschaften geht es am kommenden Samstag ab 15.30 Uhr wieder weiter: Hertha BSC empfängt dann RB Leipzig, Union Berlin gastiert zur gleichen Zeit in Mainz.

Bilder zur Partie 1. FC Union Berlin - Hertha BSC