Fußball-Vereine Freundschaftsspiele

0:1 - und viele positive Eindrücke

Club unterliegt knapp dem FC Bologna

0:1 - und viele positive Eindrücke

Michael Köllner

Trotz der knappen Niederlage sah Michael Köllner bei seinem Team viele positive Aspekte. imago

Macht sie, auch wenn sie zum Abschluss des Trainingslagers in Südtirol gegen die Nord-Italiener mit 0:1 verlor. Unverdient, sei angemerkt, denn der Bundesliga-Aufsteiger war vor rund 1.500 Zuschauern in Brixen das eindeutig spielbestimmende Team und hatte auch ein deutliches Chancenplus zu verbuchen. Mikael Ishak (10., und 24.), Federico Palacios (54.), Tim Leibold (73.) und Törles Knöll (73.) hatten die besten Möglichkeiten. Hinzukommt, dass etliche gut angelegte Angriffe wirkungslos verpufften, weil der berühmte letzte Ball nicht ankam.

Die Italiener indes machten es den Franken vor, was es heißt, effizient zu spielen: Zweieinhalb Chancen hatten sie, eine davon setzte Palacio (18.) – vorausgegangen war ein Behrens-Fehler – eiskalt in die Maschen. Ansonsten hatte der Club den FC Bologna gut im Griff – vor allem nach der Pause, als die Defensive um das aufmerksame Innenverteidiger Duo Margreitter/Mühl nichts zuließ.

Was nicht der einzige positive Aspekt war: Das Pressing funktionierte mitunter richtig gut. Dabei tat sich vor allem Mittelfeldakteur Alexander Fuchs hervor, weil er dem Gegner immer wieder die Bälle geschickt abluchste. Der 21-Jährige, den sein Trainer einen Tag zuvor als einer der Gewinner der Vorbereitung bezeichnete, kam auf der Acht zum Zug und machte dabei etwas, was ihm zuvor noch nicht gelungen war: Er brachte seine gute Trainingsleistung auch in einem Testspiel eins-zu-eins auf den Platz, zeigte ein gutes Zweikampfverhalten und spielte unter Druck viele gute Pässe. Dafür kassierte er hinterher ein Extra-Lob von seinem Trainer: "Er hat das heute richtig stark gemacht, war sehr laufstark und präsent." Der Youngster selbst sah zwar ebenfalls viele gute Ansätze, ärgerte sich aber über die Niederlage: "Das Pressing hat sehr gut geklappt, aber wir waren manchmal einfach nicht entschlossen genug, im Abschluss wie beim Spielen des letzten Passes. Es ist bitter, wenn du so überlegen bist und doch als Verlierer vom Platz gehst."

Dem Chefcoach schmeckte diese unnötige Niederlage zwar selbstredend auch nicht, doch lange mochte er sich nicht mit ihr aufhalten. Das Auftreten seiner Elf ist für ihn mehr als ein Trostpflaster: "Das mit dem Abschluss kriegen wir bis zum Saisonauftakt hin. Wir waren über weite Phasen dominant, das Pressing hat mir gut gefallen. Die Mannschaft verdient ein riesiges Kompliment dafür, wie sie nach neun sehr intensiven Trainingstagen noch einmal alles rausgehauen hat und über die Grenze gegangen ist – und dabei auch relativ spritzig gewirkt hat. Sie hat mich wirklich sehr angenehm überrascht, das hätte ich nicht erwartet." Ein kleines Stück weit hat er dann also doch nicht recht behalten.

Chris Biechele