Löw will Freitag die Öffentlichkeit informieren

Blitzbesuch von Ballack in Frankfurt

Gräben überwunden? Michael Ballack und Joachim Löw trafen sich zur geheimen Aussprache.

Gräben überwunden? Michael Ballack und Joachim Löw trafen sich zur geheimen Aussprache. picture alliance

Ballack ist unmittelbar im Anschluss des Gespräches wieder nach London zurückgeflogen. Der DFB teilte ansonsten nur mit, Ballack sei mit Genehmigung des FC Chelsea nach Deutschland gereist. Über das Ergebnis der Aussprache sickerte bislang nichts nach außen. Am Freitag will Löw seine "Stellungnahme" zu dem Treffen der Öffentlichkeit bekannt geben.

Einige Beweggründe für Ballacks Angriffe in seinem Interview vor neun Tagen waren zuvor erkennbar geworden. Nach wie vor akzeptiert er nicht, dass Manager Oliver Bierhoff, mit dem er seit geraumer Zeit im Clinch liegt, in der sportlichen Führung des Nationalteams ein gewichtiges Wort hat. Dieser Eindruck hat sich bei Ballack seit der EM verfestigt: Einst auch in Personalfragen im Dialog mit Löw, erfolgte dieser Austausch in den zehn gemeinsamen Tagen um die WM-Qualifikationsspiele gegen Russland und Wales nicht mehr.

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Selbst wenn Ballack nach dem Gespräch mit Löw Mitglied des Nationalteams und deren Kapitän bleiben sollte, dürfte es schwerlich wieder zu der früher gepflegten Vertrauensbasis kommen. Löw ist stringenter geworden, will sich künftig nicht mehr wegen der Befindlichkeiten nicht nominierter Spieler auf Debatten einlassen.

Dass Ballack nach seiner Operation noch nicht zum Rapport bei Löw geflogen ist, aber zwei Tage bei seiner Familie in Kitzbühel war, kann er dem Bundestrainer leicht erklären. Nach der Operation in Augsburg und einem Besuch bei Dr. Müller-Wohlfahrt in München fuhr ihn ein Mitarbeiter des Nationalmannschaftsarztes. Ballack, in Thrombosestrümpfe geschlüpft, hätte in der vorletzten Woche - an den beiden Tagen nach seiner Operation - kein Flugzeug besteigen dürfen.

Rainer Franzke