Nationalelf

"Wenn der Hals dick und dicker wird"

Ex-DFB-Kapitäne zum Streit Ballack/Löw

"Wenn der Hals dick und dicker wird"

Uwe Seeler (HSV): "Ich hoffe zunächst einmal, dass es nicht zu Unruhe in der Mannschaft kommt. Ich kenne es aus meiner Zeit nicht, dass Kritik über die Medien geäußert wurde. Ich bin ein Freund des persönlichen Gesprächs und halte die öffentliche Kritik deshalb nicht für ein glückliches Vorgehen. Grundsätzlich ist es wichtig, auch in Zeiten, in denen es rein sportlich erfolgreich läuft, Kritik zu üben - aber bitte intern! Das persönliche Gespräch ist entscheidend."

Berti Vogts (Gladbach): "Auch wenn wir in einem Medienzeitalter leben, sollte ein Vertrauensverhältnis zwischen dem Nationaltrainer und dem Kapitän bestehen. Der Kapitän ist doch der verlängerte Arm des Trainers auf dem Spielfeld. Da sollte es doch möglich sein, die Dinge intern abzuklären. Außerdem ist London nicht aus der Welt und es gibt doch Telefone. Michael Ballack ist ein erfahrener Spieler, der eine internationale Reputation genießt. Wenn es Probleme geben sollte, hätte man das intern klären sollen."

zum Thema

zu Löw-Konsequenzen:
"Das muss Joachim Löw wissen. Ich bin doch nicht der Oberlehrer. Wie wäre es denn mit einem Besuch am Sonntag in London. Dort könnte man bei einem Essen reden und dann sogar ein tolles Spiel zwischen Chelsea und Liverpool genießen."

Bernard Dietz (MSV Duisburg): "Unmöglich, das ist der falsche Weg. Solche Sachen gehören nicht an die Öffentlichkeit, das muss intern geklärt werden. Solche Aussagen stehen Ballack auch als Kapitän nicht zu, und der Weg über die Medien ist ganz falsch. Das muss Löw ihm jetzt ganz deutlich sagen."

Harald Schumacher (1. FC Köln): "Natürlich sollte man das, was Michael da getan hat, tunlichst sein lassen. Aber wenn der Hals eben dick und dicker wird und du auf dem falschen Fuß erwischt wirst, dann platzt dir eben irgendwann der Kragen. Und dann sagt man es eben doch. Ich bin nicht der Meinung, dass Löw Konsequenzen ziehen muss, etwa Ballack als Kapitän absetzen. Wenn er das tut, sagt mir das nur, dass da vorher schon einiges nicht gestimmt haben kann. Die beiden sollen sich zusammensetzen, die Sache ausdiskutieren und Lösungen finden. Das wäre sicherlich das Sinnvollste."