EURO 2012: Gastgeber Ukraine unter Druck

Lviv: Stadionbau geplatzt!

"Alpine" errichtete auch die Allianz Arena in München

Baustelle: Der Konzern "Alpine" gab den Bauauftrag für das neue Stadion in Lviv zurück. imago

Der Grund: Man konnte sich mit der Stadt Lviv nicht über die finanziellen Voraussetzungen einigen. Der Bürgermeister der Stadt wollte für den Neubau der Arena rund 85 Millionen Euro locker machen. Für die Österreicher zu wenig: "Jeder, der Stadien baut, weiß, dass es für diesen Preis nicht möglich ist", erklärte Firmensprecherin Karin Keglevich. Das Unternehmen wolle sich seinen guten Ruf nicht verlieren, indem es einen Auftrag für eine Arena annehme, die dann nicht realisiert werden könne. Wie viel Geld das Unternehmen gefordert habe, wollte die Sprecherin nicht sagen.

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In der Ukraine sieht man die Sachlage naturgemäß anders. So habe der Baukonzern die Kosten auf Basis einer Neukalkulation von 85 auf 120 Millionen Euro hochgeschraubt. Der Bürgermeister von Lviv, Bohdan Hretschynskyj, erklärte laut Medien in Kiew daraufhin den Abbruch der Verhandlungen. Er nahm mit einer anderen Baufirma Kontakt auf, die ebenfalls an der Ausschreibung teilgenommen hatte. Bei dieser Vergabe-Prozedur war am 6. Februar 2008 der Auftrag einstimmig an "Alpine" vergeben worden.

Wie es jetzt weiter geht, wissen wir nicht.

Alpine-Firmensprecherin Karin Keglevich

In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Kritik am Stand der Vorbereitung in Polen und der Ukraine gegeben. Straßen, Bahnverbindungen, Flughäfen, Hotels und Stadien bereiteten den Verantwortlichen bei der Europäische Fußball-Union (UEFA) Kopfzerbrechen. Zuletzt hatte der Dachverband den beiden EM-Gastgeberländern eine letzte Gnadenfrist gewährt. Austragungsorte der EURO 2012 sind Breslau, Posen, Danzig und Warschau in Polen, sowie Lviv, Donezk, Dnjpropetrowsk und Kiew in der Ukraine.