Berlin: Arbeitssieg gegen robuste Iren

Nicu träumt, aber fordert nichts

Marko Pantelic

Zweikampfstärke: Die Herthaner (hier Marko Pantelic, re.) mussten einiges einstecken. imago

"Auch wenn es kein wunderschönes Spiel war, haben wir uns ein Polster verschafft - das ist die Hauptsache", befand Kapitän Arne Friedrich nach der Partie gegen die Inselkicker, die während der Begegnung immer wieder ihre erstaunliche Kampfstärke zur Schau stellten. Hertha-Trainer Lucien Favre war ob des teilweise brutalen Einsteigens der Iren erbost: "Die kommen wie Verrückte", meinte der 50-Jährige nach dem Arbeitssieg seiner Elf.

UEFA-Cup 1. Runde

Tatsächlich konnte St. Patrick's Athletics mit dieser Spielweise den einfallslosen Berlinern in der ersten Halbzeit Paroli bieten. Mit läuferischer Stärke setzte man den technisch überlegenen Gegenspielern zu, die Hertha wusste noch keine Antwort darauf. "In der ersten Halbzeit waren wir zu langsam. Mit solch geringem Einsatz kann man gegen eine defensivstarke Mannschaft keine Tore schießen", zeigte sich Favre unzufrieden.

Das war ein Spiel wie gemacht zum Blamieren. Doch wir sind stabiler geworden.

Hertha-Manager Dieter Hoeneß

Erst mit der Einwechslung von Fabian Lustenberger und Maximilian Nicu kam Schwung in das Berliner Spiel. Letzterer erzielte als "Joker" die 1:0-Führung und legte damit den Grundstein für den Erfolg der Gastgeber. "Der Trainer hat gesagt, ich soll reingehen und ein Tor schießen. Genauso habe ich es gemacht", sagte Nicu nach der Begegnung.

Für die nächsten Partien setzte er sich jetzt einen Stammplatz zum Ziel: "Natürlich sind meine Ansprüche, dass ich in der ersten Elf stehe. Aber der Trainer hat entschieden, dass ich nur von der Bank komme", erklärte der Mittelfeldspieler. Favre war derweil voll des Lobes für seinen Schützling: "Nicu hat seine Sache sehr gut gemacht. Schade, dass er in der Vorbereitung wegen einer Verletzung Rückstand hatte."

Maximilian Nicu

Brach den Bann: Maximilian Nicu (2.v.r.) erzielte das erlösende 1:0. imago

Weniger zufrieden war der Trainer der Iren, John McDonell. "Ich bin natürlich etwas enttäuscht, weil wir 0:2 verloren haben. Schließlich stand es 0:0 zur Pause. Insgesamt bin ich mit meinem Jungs zufrieden. Im Fußball ist alles möglich, aber wir spielen gegen eine sehr gute Mannschaft", zeigte er sich nur bedingt optimistisch für das Rückspiel.

Anders hörte sich das auf der Berliner Seite an. "Uns fehlt vielleicht ein Tor. Das wollen wir nun in Dublin erzielen", deutete Favre die Marschrichtung für dass Rückspiel an. Durch das Erreichen der Gruppenphase des UEFA-Cups sollen dann auch mehr Fans den Weg ins Stadion finden, immerhin war die Kulisse gegen den irischen Tabellen-Zweiten äußerst trist. Torschütze Nicu blickte jedoch optimistisch nach vorn: "Bei stärkeren Gegnern in der Gruppenphase werden sicherlich mehr Zuschauer kommen."