Im Viertelfinale wartet Schweden

Mittag erlöst das Neid-Team

Nadine Angerer

Unüberwindbar: Torhüterin Nadine Angerer kassierte erneut keinen Treffer. dpa

Die Ausgangslage für das Neid-Team war klar. Die Qualifikation für die K.o.-Runde hatten die deutschen Fußballerinnen nach dem 0:0 zum Auftakt gegen Brasilien und dem anschließenden 1:0-Sieg gegen Nigeria bereits so gut wie in der Tasche. Um gegen alle Eventualitäten gewappnet zu sein, sollte im abschließenden Gruppenspiel gegen Nordkorea noch ein Sieg her.

Deutschland, erneut personell unverändert, tat sich in der Anfangsphase schwer, ins Spiel zu finden. Die Nordkoreanerinnen waren schnell und quirlig und kamen früh zu guten Freistoßgelegenheiten. Nadine Angerer parierte gegen einen harten Schuss von Kim Kyong hervorragend und fischte den Ball aus dem linken Torwinkel (11.).

Die Deutschen versuchten zwar, von Abwehr auf Angriff schnell umzuschalten, probierten es aber zu häufig mit langen Pässen, die nicht genau genug adressiert waren. Dennoch bot sich nach einer knappen halben Stunde die große Chance zur Führung, doch Jon parierte einen Schuss von Prinz in Weltklassemanier.

Die Fehlpassquote des DFB-Teams war zu hoch. Nordkorea erlaubte sich aber den Luxus, die Konterchancen nicht konsequent genug zu Ende zu spielen, so dass auch das Tor von Nadine Angerer nicht in Gefahr geriet.

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Kurz vor dem Pausenpfiff hatte das Neid-Team bei der bis dahin besten Chance großes Pech: Laudehr scheiterte mit einem klasse Kopfball nach Freistoß-Hereingabe von Lingor an der Latte. Torhüterin Jon hatte die Fingerspitzen noch dran (45.).

Nach dem Wechsel kam das deutsche Team aggressiver aufs Feld zurück. Doch der Anfangsschwung der zweiten Hälfte war alsbald dahin. Kampf und Krampf statt Rasse und Klasse bestimmten zumeist das Geschehen.

Das Spiel plätscherte über weite Phasen ereignislos im Mittelfeld vor sich hin. Der holprige Platz tat sein Übriges, dass viele Abspiele die Adressatin nicht fanden und nicht mehr Spielfluss aufkam. Das DFB-Team war das taktisch geschultere Team, Nordkorea warf erfolgreich Kampfgeist, Laufbereitschaft und große körperliche Robustheit in die Waagschale. Die deutschen Spielerinnen hielten nicht immer energisch genug dagegen, fielen häufig im Zweikampf hin, ohne einen Freistoß zu erhalten.

Garefrekes scheitert knapp

In der 78. Minute fand das DFB-Team doch mal wieder den Weg in den Strafraum, bezeichnenderweise musste ein Standard herhalten: Garefrekes stieg nach einer Freistoß-Hereingabe von Lingor am höchsten, köpfte aus sechs Metern aber knapp über den Querbalken.

Die Devise des Neid-Teams in der Schlussphase hieß nur noch, einen Gegentreffer zu vermeiden, denn zeitgleich führte Brasilien gegen Nigeria, so dass ein Remis zum Viertelfinaleinzug reichte.

Energieleistung von Prinz

Doch kurz vor Spielende schlug die Sekunde der Weltfußballerin! Birgit Prinz setzte sich halblinks klasse durch und schoss hart aufs Tor, die gute Torhüterin Jon konnte nur abklatschen, und die eingewechselte Anja Mittag staubte aus fünf Metern ins leere Tor ab (87.).

Am Freitag um 15 Uhr trifft die deutsche Nationalmannschaft im Viertelfinale auf Schweden, den Zweiten der Gruppe E. Die Skandinavierinnen besiegten am letzten Spieltag der Vorrunde Kanada mit 2:1.