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Guardiola sortiert aus

Spanien: Ronaldinho, Eto'o und Deco sollen gehen

Guardiola sortiert aus

Deco, Eto'o und Ronaldinho

Sollen den FC Barcelona verlassen: Deco, Eto'o und Ronaldinho (v. li.). imago

"Wären sie auf der Höhe, würden sie bei uns bleiben. Ihre Zeit in dem Verein ist aber abgelaufen", sagte Guardiola. Für die nächste Spielzeit plane der 37-Jährige deshalb ohne sie. "Es ist das Beste für die Mannschaft".

Insbesondere für Ronaldinho scheint es im Barça-Trikot absolut keine Zukunft mehr zu geben. Der Brasilianer fiel in Ungnade, da er in der abgelaufenen Saison mehr durch Eskapaden neben, als durch gelungene Aktionen auf dem Platz Schlagzeilen machte.

Spielersteckbriefe

"Ich habe nicht das Gefühl, dass er wieder der Spieler werden will, der er einst war", sagte Guardiola. "Wir setzen eine Mannschaft zusammen, und sie spielen in unseren Gedanken keine Rolle. Aber wir werden sehen, was passiert", führte der ehemalige spanische Nationalspieler bei seiner offiziellen Vorstellung weiter an.

Wohin der Weg der drei Ausgemusterten führen wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Deco wird mit dem FC Chelsea in Verbindung gebracht, seitdem bekannt ist, dass Portugals Nationalcoach Luiz Felipe Scolari die Londoner nach der EURO 2008 übernehmen wird. Dort stand auch Ronaldinho bereits auf dem Wunschzettel. Scolari, unter dem der Mittelfeldspieler 2002 Weltmeister wurde, könnte sich auch in dieser Personalie als "Türöffner" erweisen. Allerdings soll laut spanischen Medienberichten auch Los Angeles Galaxy ein "außergalaktisches" Angebot eingerreicht haben. Daneben gelten der englische Premier-League-Klub Manchester City sowie der italienische Topklub AC Mailand als mögliche Abnehmer für Ronaldinho. Milan soll auch an einer Verpflichtung Eto'os Interesse haben.

Wer das Trio bei den Katalanen ersetzen soll, wurde zunächst nicht bekannt. Guardiola kündigte aber an, dass der Verein zumindest für Eto'o intensiv nach einem Ersatz suche. Dieser solle gut zu den Angreifern Thierry Henry und Bojan Krkic passen. Für diese Position fiel bereits der Name Mario Gomez vom VfB Stuttgart.

Der FC Barcelona enttäuschte in der abgelaufenen Saison und verpasste am Ende mit Rang drei in der Primera Division die direkte Qualifikation zur Champions League. Insbesondere die 18 Punkte Rückstand auf den Erzrivalen und Meister Real Madrid sorgten bei den Barça-Verantwortlichen für Entsetzen.

Spätestens, als kurz vor dem Ende der Saison 2007/08 bekannt wurde, dass Frank Rijkaard als Trainer durch Josep Guardiola abgelöst wird, war klar, dass es auch in der Mannschaft personelle Konsequenzen geben würde.

Barca droht Messi mit Olympia-Aus

Und dem FC Barcelona droht ein weiterer Konfliktherd, namentlich mit Superstar Lionel Messi. Es steht ein Streit über die Abstellung des Argentiniers für das olympische Fußball-Turnier in Peking ins Haus. Der Verein werde Messi nur für Olympia abstellen, wenn die Regularien ihn dazu verpflichteten, sagte Sportdirektor Txiki Beguiristain. Messi hatte bislang stets betont, dass die Entscheidung über eine Olympia-Teilnahme allein in seiner Hand liege. "Es ist nicht die Entscheidung des Spielers, ich denke, dass uns das Regelwerk da Recht gibt", sagte Beguiristain. Trainer Pep Guardiola war ähnlicher Meinung: "Ich bin zuversichtlich, dass wir für die Qualifikation zur Champions League alle Spieler beisammen haben."

Messi würde mit der Teilnahme an den Spielen von Peking das Drittrunden-Hinspiel in der Qualifikation zur Königsklasse am 12. oder 13. August verpassen. Die Rückspiele finden am 26. und 27. August statt, damit gibt es keine Überschneidung mit dem olympischen Turnier (6. bis 23.) mehr.