Leverkusener ist Kapitän der DFB-Auswahl

Schneider feiert Wembley-Premiere

Joachim Löw und Bernd Schneider

Der Bundestrainer und sein Kapitän: Joachim Löw (li.) und Bernd Schneider. dpa

"Die Mannschaft in diesem Stadion als Kapitän auf das Feld zu führen, ist eine sehr schöne Sache und zusätzliche Motivation. Für mich wird das ein besonderer Moment, vor allem, weil wir gegen England spielen. Ich war ja schon vor elf Jahren im EM-Halbfinale als Fan dabei", sagte Schneider.

Im Halbfinale der Europameisterschaft 1996 zwischen England und Deutschland (6:7 i. E.) stand er mit einer Deutschland-Fahne im Fan-Block und feuerte die von Berti Vogts betreute DFB-Elf auf ihrem Weg zum dritten EM-Titel an.

Mit 78 Länderspielen ist der Mittelfeldspieler der erfahrenste Akteur in den Reihen von Nationalcoach Joachim Löw. Seinen Einstand feierte er im Juli 1999 beim 2:0 gegen Neuseeland. Der "weiße Brasilianer" wie er seit dem verlorenen WM-Finale von 2002 gegen die "Selecao" genannt wird, konnte bisher im DFB-Dress drei Tore erzielen.

Trotz der mehr als angespannten Personalsituation sieht der 33-Jährige der Partie gegen England optimistisch entgegen: "Natürlich ist es ärgerlich, dass wir so viele Ausfälle zu verzeichnen haben. Aber die Spieler, die dabei sind, haben Qualität und werden sich in diesem Stadion auch zerreißen", meinte der neben Keeper Jens Lehmann (37) älteste Akteur im DFB-Aufgebot.

Vorschau

Für seine zum größten Teil deutlich jüngeren Kollegen ist Schneider eine Respekt- und Führungspersönlichkeit. Anders als etliche andere Nationalspieler fiel er nach der WM 2006 nicht in ein Leistungstief. Auch, weil er weitgehend von Verletzungen verschont blieb. Mit sechs Toren und elf Assists sowie einer kicker-Durchschnittsnote von 2,98 lieferte er im "reifen" Fußballalter eine seine besten Saisons ab.

Ein ganz große Anerkennung für seine Leistungen blieb ihm aber verwehrt. In der Wahl zum "Fußballer des Jahres" wurde der Techniker "nur" Dritter hinter Stuttgarts Torjäger Mario Gomez und Bremens Regisseur Diego. "Ich habe Mario die Wahl auf jeden Fall gegönnt. Für mich war nur wichtig, dass ich nicht Zweiter geworden bin. Sie wissen ja warum", schmunzelte Schneider, der als Profi von Bayer Leverkusen von seinen Nationalmannschafts-Kollegen stets als "ewiger Zweiter" verspottet wird.

Trotz der Bedeutung der Partie gegen England soll der Auftritt im neuen Wembley-Stadion nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zur Krönung seiner internationalen Karriere sein. Am 29. Juni 2008 will der dienstälteste Akteur den neuen "Henri-Delaunay-Pokal" in Empfang nehmen: "Mein Ziel ist der EM-Titel. Das wäre dann der richtige Zeitpunkt, um meine internationale Laufbahn zu beenden".