Bundesliga

Hain: "Keinen Arsch in der Hose"

Bielefeld: Keeper auf Vorstand stocksauer

Hain: "Keinen Arsch in der Hose"

Mathias Hain

Regt sich mächtig über die Kritik an ihm auf: Bielefelds Keeper Mathias Hain. dpa

Eine Kritik, die den Kapitän in Rage bringt. "Wer führt überhaupt diese Diskussion?", fragt Hain provokativ. Und da die Nörgler anonym blieben, poltert er: "Meine Kritiker haben keinen Arsch in der Hose!"

Die Diskussion um Hain ist verwunderlich, da ihm intern weder Cheftrainer Ernst Middendorp noch Torwarttrainer Thomas Schlieck Vorwürfe machten.

Middendorp wischte die Kritik an Hain vom Tisch: "Er wird auch am Samtsag im Tor stehen." Damit stärkt er erstmals seinem Kapitän öffentlich den Rücken, nachdem er ihn zu Beginn seiner Amtszeit - wie alle anderen Akteure - in Frage gestellt hatte.

Diese Leute reden von Identifikation. Wer soll das vorleben, wenn nicht die?"

Mathias Hain über die Vorstandsetage

Für Hain ist der Fall damit noch nicht gegessen. In Richtung Vorstandsetage motzt er: "Diese Leute reden von Identifikation. Wer soll das vorleben, wenn nicht die?" Auch gegen die Aussage von Finanz-Geschäftsführer Roland Kentsch nach dem 2:4 wehrt sich Hain: "Es ist eine Frechheit zu behaupten, wir hätten uns schon aufgegeben und mit Angst gespielt!" Sein Trainer schätzt dies ähnlich ein, kommentierte es am Montag im WDR bei Sport im Westen allerdings moderater. Er sehe dies anders.

Nun steht Hain also in Wolfsburg unter zusätzlichem Druck. Doch der ist im erneuten Abstiegsendspiel ohnehin immens. Wie Hain fordert auch Vize-Kapitän Rüdiger Kauf: "Wir müssen auf Sieg spielen."

Kaufs Nichtabstiegs-Rechnung

39 Punkte, so rechnet der defensive Mittelfeldspieler, könnten zum Klassenerhalt reichen. Wo die drei notwendigen Siege geholt werden sollen? "Jetzt in Wolfsburg - und dann müssen wir sehen, unsere Heimspiele durchzudrücken", rechnet Kauf vor. Angesichts der Gegner (Bremen, Hannover) ein schwieriges, in Anbetracht der weiteren Gastspiele in Leverkusen und Schalke aber womöglich ein überlebensnotwendiges Unterfangen.

Middendorp dürfte dafür seine Elf etwas offensiver besetzten. "Es wird Änderungen geben", kündigt er an. Ioannis Masmanidis und Christian Eigler, gegen Frankfurt effektive Joker, "sind ernsthafter im Karussell als vorher", so Middendorp.

Stephan von Nocks