Wolfsburg: Der Stürmer verdrängt Hanke auf die Bank

Boakye: In Ghana fliegt er, beim VfL spielt er

Isaac Boakye im Pokal gegen Aachens Alexander Klitzpera

Auch gegen Gladbach am Ball: Isaac Boakye, hier im Pokal gegen Aachens Alexander Klitzpera (re.). imago

Immerhin: Der Sieg über Aachen dürfte dem Wolfsburger Selbstvertrauen nicht geschadet haben, was vor allem für Isaac Boakye gilt. Nur weil Mike Hanke den Belastungstest am Dienstagmorgen wegen Problemen in der Patellasehne abbrach, durfte der gegen Aachen erstmals in diesem Jahr in der Anfangself mitwirken. Und bot eine Vorstellung, die seinem Trainer Respekt abnötigte: "Er hat sehr gut gespielt."

Worte, die Boakye still in sich wirken lässt und genießt: "Ich musste sehr lange auf diese Chance warten und bin glücklich, dass ich ein sehr gutes Spiel gemacht habe", sagt der Ghanaer, der auch dreieinhalb Jahre nach seiner Ankunft in Deutschland noch ganz auf die englische Sprache vertraut.

Bis zum Dienstag hatte man auch sportlich nicht das Gefühl, dass der im Sommer aus Bielefeld gewechselte Stürmer in Wolfsburg angekommen ist. In der Hinrunde (9 Einsätze, 1 Tor, Notenschnitt 4,25) warfen ihn Knieprobleme permanent zurück. Seit diesem Jahr macht das Knie "keine Probleme mehr", dennoch reichte es nur zu vier Bundesliga-Kurzeinsätzen. Das wird sich jetzt ändern. Am Samstag gehört Boakye zur Anfangself. "Es besteht kein Grund, ihn rauszunehmen", so der Trainer. Weil dies erst recht für den in den letzten sechs Pflichtspielen fünfmal erfolgreichen Diego Klimowicz gilt, bedeutet Augenthalers Aussage auch: Mike Hanke muss auf die Bank. Boakye spricht deshalb von einem "Neuanfang" in Wolfsburg. Die internationale Laufbahn ist dagegen nach 18 Länderspielen - zumindest fürs Erste - jäh beendet. Weil der 25-Jährige mit Hinweis auf seine Knieprobleme drei Länderspiel-Einladungen abgesagt hatte, wirft ihm Ghanas Nationaltrainer Claude Le Roy mangelnden Patriotismus vor. Und deshalb verkündete der Franzose nun ziemlich wortgewaltig den Rauswurf: "Boakye kann die nächsten 20 Jahre in Wolfsburg spielen und jedes Jahr zum besten Fußballer in Deutschland gekürt werden: Unter mir wird er nicht mehr spielen."

Oliver Hartmann/IS