Zweitligisten im kicker-Test: Kickers Offenbach

Türker: Stark als Torjäger

OFC-Angreifer Suat Türker

Sieben Tore, zwei Assists: Suat Türker. dpa

Die Neuen

Nach dem erfolgreichen Abstiegskampf der vergangenen Saison setzte Trainer Frank zunächst auf sein eingespieltes Team. Von den Neuen schaffte allein Kreuz (Real Murcia) den Sprung in die Stamm- elf. Der Mittelfeldspieler konnte zunächst überzeugen, fiel dann aber immer mehr ab. Die anderen (Toppmöller, Dundee, Kresic, Bungert) mussten sich erst mal mit der Ersatzbank begnügen. Zum Ende der Hinrunde verdrängte der junge Bungert (20, ausgeliehen von Schalke 04) hinten rechts mit soliden Leistungen Weißenfeldt und Yildirim. Die Angreifer Dundee und Toppmöller kamen zu gelegentlichen Einsätzen in der Stammelf, sind aber keine wirklichen Alternativen zu Dorn und Türker.

Gewinner und Verlierer

Als Gewinner können sich Trainer Frank und Manager Dämgen fühlen, die nach miserablem Start ob ihrer Personalpolitik stark in die Kritik geraten waren. Das Präsidium hielt an ihnen fest und der Erfolg gab den Verantwortlichen recht. Der OFC steht auf Rang acht und ist ins DFB-Pokalviertelfinale eingezogen. An Stellenwert verloren haben Schumann und Pinske, die in der vergangenen Saison gesetzt waren, zuletzt aber aus verschiedenen Gründen (Formtief, Verletzungen) nur noch zweite Wahl waren.

Stärken und Schwächen

Sind die Flügelspieler gut drauf, funktioniert das Spiel des OFC. Viel hängt von der Form der äußeren Mittelfeldspieler ab. Können sich Judt (links), Müller oder Mokhtari (rechts) durchsetzen, mit Dribblings, Flanken und Schüssen für Belebung sorgen, spielt der OFC meist erfolgreich. Zu oft war das aber nicht der Fall. Torwart Thier ist nach wie vor ein sicherer Rückhalt und auch auf Stürmer Türker war wieder Verlass (sieben Tore, zwei Assists). Schwächen zeigte häufig Kapitän Happe in der Innenverteidigung. Auch im Sturm blieben Dorn, Dundee oder Toppmöller lange unter ihrer Form.

Trainer und Umfeld

Wolfgang Frank hat einen riesigen Rückhalt bei Spielern, Fans und Verantwortlichen. Er rettete den OFC 2006 und er brachte die Mannschaft auch in dieser Saison wieder in die Spur. Mit der Auslosung des Pokal-Derbys gegen Frankfurt ist Euphorie im Umfeld ausgebrochen. Die Sponsoren sind bereit, tiefer ins Portemonnaie zu greifen. Allein der Zuschauerschnitt lässt für Offenbacher Verhältnisse bei 11066 pro Partie noch Spielraum nach oben, nachdem Köln, Kaiserslautern und Karlsruhe schon in Offenbach gastierten.

Fazit und Prognose

Die Mannschaft hat sich sportlich konsolidiert. Gestaltet das Team die zwei ersten Partien in Jena und gegen 1860 München erfolgreich, dürfte der Ligaerhalt kein Problem sein. Fraglich ist daneben noch, inwieweit ein Weiterkommen im Pokal die Konzentration der Mannschaft auf den Ligaalltag beeinflussen könnte.

Mounir Zitouni