Bochum: Angriff nach verlorenem Halbjahr

Imhof sucht den weiten Weg zurück

Der Bochumer Daniel Imhof

Greift nach langer Pause wieder an: Daniel Imhof. imago

Beruflich hatte Imhof, halb Kanadier, halb Schweizer, weniger Spaß in der Hinrunde. Im Aufstiegsjahr absolvierte er noch 33 Spiele für den VfL, doch zuletzt war er höchstens eine Randfigur, saß sogar meist nur auf der Tribüne. "Ein verlorenes halbes Jahr", bilanziert der lauf- und kampfstarke Mittelfeldmann. Ein Außenbandriss in der Vorbereitung warf ihn zurück, und als er sich wieder rangekämpft hatte, plagten ihn ständige Adduktoren-Beschwerden. "So richtig fit", erinnert er sich, "war ich in dieser Zeit eigentlich nie. Das waren sehr frustrierende Monate."

Heute, Donnerstag, zum Trainingsbeginn nimmt Imhof den Kampf wieder auf, zumindest über Teileinsätze ins Team zu kommen. Der Weg ist weit, weil Marcel Koller zuletzt auf Thomas Zdebel und Christoph Dabrowski als "Doppel-Sechser" baute. Imhof gilt als einer der Lieblingsschüler Kollers; der Trainer arbeitete schon in Wil und St. Gallen mit Imhof, bevor er ihn nach Bochum holte. Dort gilt dieser als fleißiger Arbeiter, wenig spektakulär, aber stets zuverlässig.

Steht Imhof nun vor seinem letzten halben Jahr in Bochum? Sein Vertrag läuft im Sommer aus; "Gespräche", sagt der Mittelfeldmann, "hat es natürlich noch nicht gegeben. Erstmal muss ich wieder fit sein." In diesem Fall kann Sportchef Stefan Kuntz die Entwicklung gelassen abwarten, doch andere Personalien sind brisanter: Theofanis Gekas (26) ist nur für den Fall des Klassenerhalts gebunden, die Verträge von Thomas Zdebel (33), den im Sommer Galatasaray Istanbul holen wollte, sowie Zvjezdan Misimovic (24), über den Hertha BSC nachdenkt, laufen aus; wie Zdebel hat er schon klargemacht, sich die Zweite Liga nicht mehr antun zu wollen.

Oliver Bitter