München: Aachener erhält einen Dreijahres-Vertrag

Schlaudraff sagt Ja zum FCB

Aachens Jan Schlaudraff dribbelt gegen Bayerns van Bommel

Demnächst Klubkameraden in München: Aachens Jan Schlaudraff dribbelt gegen Bayerns van Bommel. imago

Die Ablösesumme, die die Münchner nach Aachen überweisen müssen, ist auf eine Million Euro festgeschrieben. Im Gegenzug bindet sich der Jungnationalspieler, der auch von Werder Bremen und Borussia Dortmund Offerten vorliegen hatte, mit einem Dreijahres-Vertrag bis zum 30. Juni 2010 an den Doublegewinner.

"Einer der hoffnungsvollsten deutschen Spieler"

"Ich denke, dass dieser Schritt aus sportlicher Sicht für mich die richtige Entscheidung ist", sagte der Stürmer. "Er ist einer der hoffnungsvollsten jungen deutschen Spieler, und wir sind froh, dass er sich für uns entschieden hat", kommentierte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge den Wechsel.

Schon im Dezember hatte Rummenigge geäußert, er sei durchaus optimistisch, dass sich Schlaudraff für einen Wechsel zum Rekord-Titelträger entscheiden werde. Er habe beste Voraussetzungen, Stammspieler zu werden, sagte Rummenigge nach dem 4:2-Erfolg der Aachener im Pokal-Achtelfinale gegen die Bayern. In der Partie war dem 23 Jahre alten Angreifer der sehenswerte Treffer zum 4:2-Endstand gelungen.

"Das wird er noch teuer bezahlen"

Bayern-Manager Uli Hoeneß hatte nach dem Pokal-Aus des Titelverteidigers auf dem Tivoli durchblicken lassen, dass man sich mit dem Aachener bereits einig sei. "Das wird er noch teuer bezahlen", hatte der 54-Jährige in Anspielung an den Treffer gesagt.

Jan Schlaudraff, der im Dezember 2004 von Borussia Mönchengladbach an den Tivoli gewechselt ist, bestritt in der Hinrunde 15 Punktspiele für die Alemannen, erzielte dabei sechs Treffer und bereitete vier weitere vor. Im DFB-Pokal schoss der nur 68 kg leichte und 1,80 Meter große Stürmer (Spitzname: "Knochen") in drei Spielen zwei Tore und bekam zudem zwei weitere Assists. Seine guten Leistungen machten ihn inzwischen auch zum Nationalspieler (ein Einsatz).

An der Isar sieht der Sohn eines Pfarrers beste Aussichten: "Natürlich ist das ein großer Schritt. Aber in München sehe ich die Chance, mich weiterzuentwickeln und international zu spielen", sagte Schlaudraff.

Er ist schnell und schlau

Bundestrainer Joachim Löw, der Schlaudraff Anfang Oktober im Testspiel gegen Georgien den Einstand im Trikot des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ermöglicht hatte, begrüßte den Wechsel: "In München muss er sich einem großen Konkurrenzkampf stellen. Dort profitiert man schon vom Training." Schlaudraffs Qualitäten brachte Löw auf einen kurzen Nenner: "Er ist schnell mit Ball, schlau und spielintelligent. Er sieht Lücken, kann Eins-zu-Eins bestehen und hat einen großen Zug mit Ball zum Tor."