Köln: Die Kritik trifft Overath und Meier

Latour droht das Ende

Ratlos nach fünf Spielen ohne Sieg? FC-Trainer Hanspeter Latour

Ratlos nach fünf Spielen ohne Sieg? FC-Trainer Hanspeter Latour. imago

Wie üblich sehnen sich viele nach der "großen Lösung" Christoph Daum. Eine angemessene à la Jörn Andersen ist realistischer.

Wie auch immer: Scheitert Latour, schlägt die Kritik voll auf Meier und Overath durch. Die waren noch im Sommer von Latour so überzeugt, ihn nach Gutdünken einkaufen zu lassen. So berichtet Bernt Haas im schweizer Verbandsmagazin "Rotweiß": Latour habe geklagt, ihm würden "so viele Spieler" angeboten, von denen er "noch nie gehört" habe. Er aber wolle Profis, die er kenne. Die Liste der Latour Angebotenen - etwa die heutigen Karlsruher Franz und Porcello oder Bochums Bönig - lässt erahnen, wie wenig brauchbare Hilfe der in Deutschland unerfahrene Coach bekam. Oder wie wenig er ihr vertraute.

Derweil sind Aussortierte wie Schlicke, Mokhtari (Duisburg) oder Rahn (Rostock) für erfolgreichere Konkurrenz plötzlich gut genug. Dass klubinterne Gründe zum steten Versagen beitragen, gibt indes keiner zu. Aktuell wird die spielerisch veranlagte Truppe vom "Aufstiegszwang" blockiert, was Spieler bestätigen. Ohne es zu wollen, räumt Meier ein, sich mit dem Fußball-Charakter der Neuen zu wenig beschäftigt zu haben: "Wie sie psychisch reagieren, kann doch kein Scout vorhersagen."

Einem neu zusammengestellten Kader zu vermitteln, zur Not eine zweite (Aufstiegs-)Chance zu bekommen, wäre nach den Gesetzen des Teamsports logisch. Beim FC verbietet dies das (Gott gegebene?) "Kölner Anspruchsdenken". Dabei kam der Klub in nun rund zweieinhalbjähriger Overath-Herrschaft trotz bester finanzieller Möglichkeiten sportlich keinen Zentimeter voran.