Bundesliga

Hecking setzt auf Bruggink

Hannover: Vier Wochen Pause für Brdaric

Hecking setzt auf Bruggink

Thomas Brdaric (li.) und Arnold Bruggink (re.).

Der eine verletzt, der andere noch nicht in Topform: Thomas Brdaric (li.) und Arnold Bruggink (re.). dpa

Der Trainer hatte auch seine Mühe mit der Beantwortung: "Ein Punkt hilft uns nicht richtig weiter in der Tabelle", sieht er ein, sucht dann aber doch den positiven Aspekt: "Wir haben in der ersten Halbzeit hohen Aufwand betrieben. Ich finde, dass wir einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht haben." Wirklich?

96 verliert seit dem Trainerwechsel nicht mehr, präsentiert sich stabiler und deutete vor der Pause auch einen spielerischen Fortschritt an, tritt aber noch auf der Stelle. Und muss damit leben, dass auch die Negativ-Serie weiter diskutiert wird.

Zu einem Sinnbild für das Hannoveraner Dilemma, zwischen heimischer Sieglosigkeit und Heckingscher Unbesiegbarkeit, wird Arnold Bruggink: Der in der Kritik stehende Regisseur erhielt gegen Frankfurt eine weitere Bewährungs-Chance und konnte die Frage nach dem halb vollen oder halb leeren Glas ebenfalls nicht abschließend zu seinen Gunsten beantworten. Er war präsent in der Anfangsphase und glänzend bei der Vorlage zu Hashemians Treffer, aber baute zunehmend ab und war nicht mehr zu sehen, als 96 das Spiel entglitt, als die ordnende Hand benötigt wurde.

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Doch Hecking sieht auch hier einen Aufwärtstrend: "Er hat das gemacht, was ich verlange. Das war ein verbesserter Bruggink." Weitere Chancen dürften folgen. Zumal mit Jiri Stajner eine Mittelfeld-Alternative vorerst wieder in der Spitze benötigt wird: Thomas Brdaric fällt mit Muskelfaserriss im Oberschenkel voraussichtlich vier Wochen aus. Der Tscheche, gegen Frankfurt aus dem Mittelfeld heraus enttäuschend, wird neben dem weiter verbesserten Vahid Hashemian ("Ich hätte auch den Elfmeter geschossen") angreifen.

Hecking setzt derweil weiter auf den Faktor Zeit. "Ich will nicht um Geduld betteln. Das habe ich nicht nötig. Aber wir dürfen nicht erwarten, dass wir sofort Riesenschritte machen, weil jetzt ein positiver Trend da ist. Es geht nicht automatisch mit Siebenmeilenstiefeln voran - das braucht Zeit." Übermäßig Zeit aber hat auch Hecking nicht. Nacheinander muss 96 nun nach Schalke und Hamburg. Zwei Auswärtsaufgaben als Wegweiser? "Schon auf Schalke", glaubt der Coach, "wird uns die Position, aus der wir kommen, liegen. Die müssen gegen uns Druck machen."

Dass der Druck auf 96 ohne Michael Tarnats Elfmeter-Fehlschuss jetzt geringer wäre, ahnt auch Hecking: "Kein Vorwurf an Michael Tarnat. Aber ein 2:0 hätte uns die Sicherheit gegeben, die uns immer noch fehlt." Wie auch die nötigen Punkte auf dem Weg aus dem Keller.