Bundesliga

Asamoah: Warum es jetzt knallt

FC Schalke: Stürmer ist fassungslos und enttäuscht

Asamoah: Warum es jetzt knallt

Ihm ist das Lachen auf Schalke gründlich vergangen: Gerald Asamoah.

Ihm ist das Lachen auf Schalke gründlich vergangen: Gerald Asamoah. imago

Manager Andreas Müller (43): "Das wird eine knallharte Runde. Der Ausgang ist offen."

Wieder Unruhe auf Schalke - die Hintergründe:

Alles fing mit Hamit Altintop an. Der Ersatzspieler hatte nach dem 2:0 gegen Bremen öffentlich einen Stammplatz gefordert. Darüber sprach Asamoah im Training mit dessen Bruder Halil Altintop, seinem Konkurrenten im Sturm. Asamoah will gesagt haben, "dass man solche Forderungen nicht öffentlich machen darf", er gleichzeitig aber Hamit verstehen könne, denn: "An seiner Stelle würde ich vielleicht auch so Probleme machen." Danach zogen die Tage ins Land.

Im Pokal bei RostockII (9:1) stand WM-Fahrer Asamoah erstmals in der Startelf - und Halil Altintop saß erstmals draußen. Manager Müller: "Da hat Halil wohl nachgedacht, warum er nicht spielt, sondern Asamoah." Plötzlich machte der Vorwurf die Runde, dass Asamoah nur spiele, weil er Slomka mit Problemen drohe. Wie es aus der Mannschaft heißt, wurde zunächst Lincoln über das Asamoah-Zitat informiert, der vertraute sich Kapitän Marcelo Bordon an, der beim Trainer vorsprach. Gleichzeitig landete die Geschichte über Halils Berater-Agentur Rogon, die Schalkes halbe Stammelf berät, bei Müller. Schon vor dem Spiel gegen Nancy (1:0).

Müller: "Dramatischer Verstoß" gegen den Teamgeist

Weil Slomka das Team kurzfristig nicht umbauen wollte, ließ er Asamoah im UEFA-Cup noch spielen, wohlwissend, ihn für das Spiel in Berlin aus dem Kader zu werfen. Müller: "Ich habe mich erst bei Halil informiert und dann mit Asamoah gesprochen, der sinngemäß die Aussage bestätigte, dass er Probleme machen werde, wenn er nicht spielt." Dies sei ein "dramatischer Verstoß" gegen den Teamgeist, sagt Müller, der Slomkas Entscheidung "komplett mitträgt".

Auf einer Linie: Manager Andreas Müller und Trainer Mirko Slomka.

Auf einer Linie: Manager Andreas Müller und Trainer Mirko Slomka. imago

Asamoah selbst sagt: "Ich war völlig baff, plötzlich damit konfrontiert zu werden. Es tut weh, mich so zu behandeln. Die Maßnahme ist zu hart. Ich bin der dienstälteste Spieler hier und habe mir nie etwas zu schulden kommen lassen. Alle wissen, dass sowas nicht meine Art ist. Aber jetzt wissen auch alle, welcher Charakter in unserer Mannschaft steckt. Wenn solche Gespräche beim Trainer oder Manager landen, braucht man von Teamgeist nicht mehr zu sprechen. Und wenn nun zählt, was im Team über den Trainer oder den Manager gesprochen wird, muss man den ganzen Kader rausschmeißen!"

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Auch Müller, selbst langjähriger Profi, kennt solche Kabinengespräche und sagt, die Maßnahme sei "sehr drastisch". Aber: "Es ist nicht das erste Mal bei Asamoah." Bereits im Vorjahr habe es "einen Vorfall" gegeben, und einen weiteren, als Asamoah nach dem WM-Urlaub mit seinem früheren Jugendtrainer Slomka aneinandergeraten sei. Laut Müller soll Asamoah dabei gedroht haben, er lasse sich vom Trainer "nicht verarschen". Vielleicht, so Müller, "hätte man ihn da schon sanktionieren müssen".

Slomka spricht von einem "massiven Vertrauensverlust". Wichtig sei, so Müller, dass nun jeder Spieler wisse, "dass wir uns das nicht bieten lassen." Ob sich Schalke von Asamoah trennt, beantwortet Müller so: "Wir halten uns alles offen, auch das." Kabinengespräche weiterzutragen, soll aber straffrei bleiben.