Hannover: Trainingsauftakt am Montag - Bremser soll Hecking folgen

"Mannschaft muss wieder eine Mannschaft werden"

Dieter Hecking

Schaut sich am Wochenende Leverkusen und Wolfsburg an: Dieter Hecking. imago

Vor dem Auftritt des Tabellenletzten der Bundesliga beim Spitzenreiter der Regionalliga Nord hatte sich Hecking ein positives Signal gewünscht: "Ich hoffe, dass in Dresden mit einem Sieg die Trendwende erreicht wird. Meine Hauptaufgabe ist es, Ruhe in das Team zu kriegen. Die Mannschaft muss wieder eine Mannschaft werden."

Den Wunsch von einem Sieg konnten ihm seine zukünftigen Schützlinge am Samstag erfüllen. Beim 3:2-Erfolg im Rudolf-Harbig-Stadion erzielten Bruggink (36.), Brdaric (43.) und Huszti (54.) die Treffer für Hannover. "Es war ein Schritt in die richtige Richtung", war 96-Torwart Robert Enke zufrieden. Hecking wollte am Wochenende die künftigen Bundesliga-Gegner Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg unter die Lupe nehmen.

Bei seiner offiziellen Vorstellung in Hannover erklärte Hecking am Sonntag indes, dass er auch bei 96 mit seinem bisherigen Assistenten Dirk Bremser zusammenarbeiten wolle. "Ich gehe davon aus, dass Bremser kommt. Clubchef Martin Kind weiß von meinem Wunsch", sagte der frühere 96-Spieler, der in Hannover einen Vertrag bis 2010 erhalten soll.

Kind zufolge ist mit Aachen bisher jedoch noch nicht über Bremser gesprochen worden. Der Co-Trainer der Alemannia, der den Bundesliga-Aufsteiger am Sonntag im DFB-Pokal beim Chemnitzer FC betreut, bildet mit Hecking seit fünf Jahren ein Trainergespann. "Das ist ein sensibles Thema", ahnte Kind.

Unklar ist damit weiterhin auch die Zukunft von Hannovers bisherigen Co-Trainern Michael Schjönberg und Thomas Kristl. "Ich werde mit beiden sprechen“, kündigte Hecking an.

Hecking hatte am Donnerstagabend nach intensiven Verhandlungen mit Alemannias Sportdirektor Jörg Schmadtke die Freigabe von Ligakonkurrent Alemannia Aachen erhalten. Dort hatte er einen Vertrag bis 2009. In mehreren Telefon-Verhandlungen gelang es den Verantwortlichen von Hannover 96, die Ablösesumme auf unter eine Million Euro zu drücken. Beide Seiten vereinbarten Stillschweigen über die genaue Summe.

Hecking äußerte sich lobend über seinen bisherigen Arbeitgeber: "Die Freigabe durch die Alemannia zeigt, welches Format dieser Verein hat. Das ist in diesem Geschäft etwas Besonderes." Sein neuer Chef Martin Kind hofft denn auch, dass Hecking "seine erfolgreiche Arbeit bei uns fortsetzen" könne.

Alemannia-Präsident Prof. Horst Heinrichs hatte am Donnerstagabend die Einigung mit Hecking und Hannover bekannt gegeben: "Vorstand und Sportdirektor sind zu der Überzeugung gekommen, dass die Zielsetzung des Vereins bei einem Verbleib von Dieter Hecking gefährdet gewesen wäre. Der Trainer hat schwer wiegende private Gründe angeführt. Ohne die Schwere dieser Gründe hätten wir wegen der Vertragssituation von Herrn Hecking den Gesprächen mit Hannover überhaupt nicht zugestimmt." Heckings Familie wohnt nahe Hannover.

Wer Nachfolger von Dieter Hecking auf der Trainerbank im Tivoli werden wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Nach kicker-Informationen soll der kurz vor Saisonbeginn beim Zweitligisten SC Paderborn zurückgetretene Jos Luhukay in der Kandidatenliste ganz oben stehen.