Hannover/Aachen: Hannover 96 will Aachens Hecking

Schmadtke verhandelt mit 96

Getrennte Wege? Sportdirektor Schmadtke (li.) verhandelt mit 96 über Dieter Hecking.

Getrennte Wege? Sportdirektor Schmadtke (li.) verhandelt mit 96 über Dieter Hecking. imago

Völlig offen jedoch blieb vorerst, ob Aufsteiger Aachen den erfolgreichen und beliebten Hecking, der einst als Aktiver selbst das Trikot von Hannover 96 trug, aus dem bis 2009 laufenden Vertrag freigibt. Hierfür könnte eine Ablöse in Millionenhöhe für die 96-Führung um den mächtigen Vereinsvorsitzenden und Mehrheitsgesellschafter Martin Kind fällig werden. "Es gab Signale von beiden Seiten. Wir haben uns am Dienstag an Aachen gewandt. Dort hat man unser Interesse zur Kenntnis genommen. Nun muss man abwarten, wie sich die Alemannia äußern wird", bestätigte 96-Boss Martin Kind dem sid und fügte hinzu: "Ich denke aber, dass es für uns schwierig wird." So teilten die Aachener am Mittwochnachmittag mit, den Coach halten zu wollen. Gleichzeitig signalisierte man jedoch auch Verhandlungsbereitschaft, da Hecking in einem Gespräch mit den leitenden Vereinsgremien und Sportdirektor Jörg Schmadtke offenbar seine Wechselwilligkeit aus "ausschließlich privaten Gründen" angedeutet hatte. Schmadtke wurde daraufhin gebeten, mit Hannover Kontakt aufzunehmen.

"Dieter Hecking ist ein interessanter Mann. Seine Familie wohnt im Umfeld von Hannover, und er bringt eine hohe Emotionalität für den Verein mit. Zudem hat er als Trainer eine gute Erfolgsstory", meinte Kind, dessen Klub den 41-Jährigen schon nach den Entlassungen der Coaches Ralf Rangnick und Ewald Lienen auf der Kandidatenliste hatte. Heckings Familie lebt im rund 30 Kilometer von Hannover entfernten Bad Nenndorf.

Dieter Hecking

Lockrufe aus Hannover: Aachens Trainer Dieter Hecking. imago

Mittwoch voriger Woche hatte sich 96 vom erfolglosen und umstrittenen Peter Neururer nach drei Spielen mit drei Niederlagen im bisherigen Saisonverlauf getrennt. Die Aktien des bisher öffentlich als Favorit auf den Trainerposten gehandelten Ex-Profi Bruno Labbadia sanken, als klar war, dass dessen hauptsächlicher Befürworter, Kaiserslauterns ehemaliger Vorstandsvorsitzender René C. Jäggi, nicht zu den Niedersachsen kommen wird.

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Am Dienstag nämlich hatten sich in Hannover die Ereignisse wieder einmal überschlagen. Jäggi, Wunschkandidat von Vorstandschef Martin Kind als Geschäftsführer, sagte den Niedersachsen ab. "Aus rein persönlichen Erwägungen und auf Grund anderer beruflicher Perspektiven", lehnte der Schweizer die Offerte ab.

Nach der Entlassung von Neururer sollte der Schweizer bereits in die Suche nach einem geeigneten Nachfolger eingebunden werden. Vereinsboss Kind wollte keine Entscheidung ohne den designierten neuen Geschäftsführer treffen, mit dem er bereits viele Gespräche führte. "Über Inhalte, Aufgaben und Funktionen sind wir im Grundsatz einig", hatte Kind noch zuletzt betont. Doch der 57-Jährige lehnte die ihm vorliegende Offerte nun doch ab.

Hannovers Wunschtrainer Dieter Hecking arbeitet seit dem 1. Juli 2004 bei der Alemannia, mit der er in der vergangenen Spieljahr nach langjähriger Abstinenz die Rückkehr ins Fußball-Oberhaus schaffte. Am 26. August gelang ihm durch ein 3:0 ausgerechnet in Hannover der erste Bundesliga-Sieg als Trainer. Zuvor arbeitete Hecking zwischen 2000 und 2001 beim SC Verl, danach drei Jahre beim VfB Lübeck.