Bundesliga

Bayer feuert Klaus Augenthaler

Leverkusen: Völler übernimmt zunächst als Teamchef

Bayer feuert Klaus Augenthaler

Nicht mehr für Bayer Leverkusen verantwortlich: Klaus Augenthaler.

Nicht mehr für Bayer Leverkusen verantwortlich: Klaus Augenthaler. Kicker

Zunächst wird Sportdirektor Rudi Völler als Teamchef die Geschicke der Bayer-Elf leiten und am Sonntag in Duisburg auf der Bank sitzen. "Für die nächsten Spiele übernehme ich die Aufgabe", erklärte Völler, der sich aber "weiter eher in der Sportchef-Rolle" sieht. "Ich springe jetzt nur aus Loyalität zum Verein in einer Not-Situation ein", machte der ehemalige Teamchef der deutschen Nationalmannschaft, der Bayer vom 21. Oktober bis 13. November 2000 schon einmal interimsmäßig betreute, deutlich. Mit Matthias Sammer geistert schon seit Wochen der Name eines möglichen Augenthaler-Nachfolgers durch die Katakomben der BayArena.

Augenthaler saß seit Mai 2003 auf der Trainerbank von Leverkusen und hatte Bayer damals mit zwei Siegen im Saisonendspurt vor dem Abstieg bewahrt. In der Saison 2003/04 führte der 47-Jährige den Klub in die Champions-League, scheiterte da im Achtelfinale am späteren Sieger FC Liverpool. In der abgelaufenen Spielzeit landete Leverkusen unter "Auge" auf Rang sechs.

Mit dem 0:1 gegen ZSKA Sofia war nach dem verpatzten Start in die neue Spielzeit der Tiefpunkt der Ära Augenthaler in Leverkusen erreicht. Im Anschluss an dieses Spiel hatte er deutliche Worte gegenüber der Vereinsführung von Bayer Leverkusen gefunden. Da kritisierte er die Verkaufs- und Einkaufspolitik des Vereins sowie das vor der Saison formulierte Ziel mit Rang eins bis drei.

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"Es geht nicht, einen Placente, Ponte, Bierofka und Franca zu verkaufen und dann von der Champions League zu reden", wetterte Augenthaler. Vereinsintern wird dem Trainer der Vorwurf gemacht, die Aufgabe zu konservativ ausgefüllt zu haben und zu wenig aus den Möglichkeiten, die der Verein zu Verfügung gestellt hat, gemacht zu haben. "Wir hatten das Gefühl, dass es so nicht weitergehen konnte", begründete Völler die mit Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser und Manager Michael Reschke beschlossene Trennung vom bisherigen Cheftcoach.

Klaus Augenthaler absolvierte in seiner aktiven Zeit 404 Bundesligaspiele für den FC Bayern München, wobei dem siebenmaligen deutschen Meister 52 Tore gelangen. Während seiner Nationalmannschaftskarriere, die 1990 mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft ihren Höhepunkt fand, trug er 27 Mal das Trikot mit dem Bundesadler.

Von 1992 bis 1997 agierte der passionierte Angler als Co-Trainer des FC Bayern München, ehe er bis zum 2. März 2000 den österreichischen Erstligisten Grazer AK als Chefcoach unter seinen Fittichen hatte. Direkt anschließend war er bis Ende April 2003 Cheftrainer des 1. FC Nürnberg, ehe er nach seiner dortigen Entlassung die sportliche Verantwortung bei Bayer Leverkusen übernahm.

Augenthaler ist der erste Trainer der laufenden Saison, der vorzeitig seinen Stuhl räumen musste. In der Bundesliga-Geschichte ist es die 286. Trainerentlassung.