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Huth zweiter Neuling im DFB-Kader

Friedrich, Nowotny und Klose fallen aus - Linke voraussichtlich in Anfangself

Huth zweiter Neuling im DFB-Kader

Vor Debüt in der A-Auswahl: Robert Huth vom FC Chelsea.

Vor Debüt in der A-Auswahl: Robert Huth vom FC Chelsea. Kicker

Bereits am Montagvormittag mussten der Leverkusener Jens Nowotny (muskuläre Probleme) und der Berliner Arne Friedrich (Schmerzen an der Patellasehne) aus dem Quartier in Gravenbruch wieder die Heimreise antreten. Bundestrainer Jürgen Klinsmann nominierte daraufhin etwas überraschend den U21-Auswahlspieler Robert Huth (FC Chelsea) und mit dem Bayern-Spieler Thomas Linke einen Akteur nach, der eigentlich bereits mit dem Thema Nationalelf abgeschlossen hatte und sein letztes Länderspiel am 7. September 2002 in Kaunas beim Länderspiel gegen Litauen (2:0) bestritten hatte. Linke wird voraussichtlich mit dem Bremer Debütanten Fahrenhorst in der Innenverteidigung beginnen.

Am Montagnachmittag stand dann auch fest, dass der Neu-Bremer Miroslav Klose nicht spielen können wird. Klose erlitt am Montagvormittag in der ersten Trainingseinheit unter Klinsmann bei einem Zusammenprall mit Torwart Jens Lehmann einen "Pferdekuss" im Oberschenkel. Nach Beratung mit seinem Co-Trainer Joachim Löw rückt nun der Schalker Gerald Asamoah in den Kader nach.

Der ebenfalls angeschlagene Angreifer Thomas Brdaric vom VfL Wolfsburg (Prellung am Sprunggelenk) konnte am Montagvormittag dagegen trainieren.

Mit dem Jubiläumsspiel in Wien aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des österreichischen Fußball-Bundes steht für die neue Führungscrew der deutschen Nationalmannschaft um Teamchef Jürgen Klinsmann die erste Bewährungsprobe an. Jeder Stein müsste beim DFB umgedreht werden und der ganze Laden im Prinzip auseinander genommen werden, so hatte der seitherige Wahl-Kalifornier vor seiner Berufung kühn gefordert. Sein erstes Länderspielaufgebot setzt sich nun aber zum größten Teil aus jenem Gemäuer zusammen, das sich bei der EM in Portugal als zu morsch erwies. Anders als Frankreichs neuer Nationaltrainer Raymond Domenech, der auf die EM-Enttäuschung des entthronten Europameisters mit der Berufung von gleich sieben neuen U-21-Spielern reagierte, befinden sich mit Frank Fahrenhorst und nun eben Robert Huth nur zwei Neulinge im aktuellen Klinsmann-Kader.

Mit Ausnahme von Bobic, Hamann, Kehl und Ziege, die aber nicht abgeschrieben seien, sowie von Jeremies (Rücktritt) und dem verletzten, aber fest eingeplanten Wörns, berief Klinsmann zunächst alle EM-Teilnehmer in seinen Kader. So hielt es auch Rudi Völler bei seinem Amtsantritt nach dem EM-Desaster 2000. "Jürgen Klinsmann ist zwar gelernter Bäcker, aber er kann sich auch keine neuen Spieler backen", urteilte Matthias Sammer über die personelle Ausgangssituation beim Klinsmann-Start.

Wie damals Völler benannte auch Klinsmann jetzt erst einmal ein überschaubares Aufgebot von 19 Spielern. "Aus einem Kreis von 30 bis 35 werden immer die nominiert, die sich am meisten aufdrängen," erklärte er am Sonntag.

Die große Frage ist, ob dem einstigen Weltklassestürmer Klinsmann nun ein ähnlicher Katapultstart zu neuer Aufbruchstimmung gelingt wie vor vier Jahren dem früheren Weltklassestürmer Völler beim 4:1 über Spanien. "Taktik und Aufstellung werden erst kurz vor dem Anpfiff bekannt gegeben", ließ sich Klinsmann noch nicht in die Karten schauen.

Der heutigen Mannschaftssitzung um 10 Uhr mit der Bekanntgabe der wichtigsten Grundsätze, darunter ein Verbot von Spieler-Einzelinterviews vor dem Österreichspiel, ging eine Zusammenkunft des Mitarbeiterstabs voraus. Dabei zeigte sich, dass Flavio Battisti als Nachfolger des von Klinsmann abservierten langjährigen Nationalelf-Organisators Bernd Pfaff ("Ich muss das so zur Kenntnis nehmen, will es aber nicht kommentieren") nicht zur Verfügung steht.