Bundesliga

300-mal Boateng: Von der Packung gegen Hannover zum zweimaligen Triple-Sieger

Weltmeister vor Bundesliga-Jubiläum

300-mal Boateng: Von der Packung gegen Hannover zum zweimaligen Triple-Sieger

Jerome Boateng spielt bereits seit 2011 beim FC Bayern.

Jerome Boateng spielt bereits seit 2011 beim FC Bayern. imago images

Nach Glanz und Gloria roch der 31. Januar 2007 nicht. Mit 0:5 bekam Hertha BSC bei Hannover eine Abfuhr, mittendrin der 18-jährige Jerome Boateng bei seinem Bundesligadebüt. Es folgten nur noch neun weitere Partien für den Verein aus seiner Heimatstadt, lediglich eines davon gewann die Hertha. Boatengs Karriere aber nahm mit dem Wechsel zum Hamburger SV Fahrt auf, der sich damals noch regelmäßig für den Europapokal qualifizierte und bei dem sich der Innenverteidiger für die Nationalmannschaft empfahl. Über den Umweg Manchester City - mit dem Gewinn des FA-Cups - landete Boateng nach einer Saison im Ausland 2011 beim FC Bayern und spielt dort mittlerweile seine zehnte Saison.

Boateng hat Bayerns Erfolgsära mitgeprägt

Bayern und Boateng, das ist eine Beziehung mit Höhen und Tiefen. Ganz sicher aber hat Deutschlands Fußballer des Jahres von 2016 die aktuelle Erfolgsära der Münchner mitgeprägt. Er gehört mit Manuel Neuer, Thomas Müller, David Alaba und Javi Martinez dem Quintett an, das sowohl 2013 als auch 2020 beim Triple-Gewinn im Kader stand. In seinen besten Jahren zwischen 2013 und 2016 gehörte Boateng zweifelsfrei zu den besten Innenverteidigern der Welt. Schnell, kompromisslos im Zweikampf, stark beim Spielaufbau: ein ziemlich komplettes Profil für einen Spitzenverteidiger.

Doch es gab auch die folgenden Jahre voller Verletzungspech und Zwistigkeiten mit seinem Arbeitgeber. Zweimal - 2018 zu Paris St. Germain und 2019 zu Juventus Turin - stand Boateng kurz vor dem Absprung, ehe er ab der Rückrunde in der vergangenen Triple-Saison wieder zum Leistungsträger avancierte.

Nur zwölf aktive Profis vor Boateng

Von allen aktiven Bundesligaspielern haben nur zwölf mehr Partien bestritten als der 32-Jährige, seine 202 Siege in 299 Anläufen toppen nur fünf aktive Spieler, Manuel Neuer steht mit 280 Dreiern an der Spitze. Lediglich Thomas Müller (216) und Robert Lewandwoski (212) hatten in der Bundesligageschichte nach 300 Spielen mehr Siege auf dem Konto als Boateng, David Alaba kann ebenfalls mehr als Boateng vorweisen (205), obwohl er erst 281 Partien bestritten hat.

In Augsburg in der Zentrale mit Alaba

Am Mittwochabend beim FC Augsburg werden der Österreicher und Boateng wohl erneut die Innenverteidigung bilden, ab dem Sommer aber getrennte Wege gehen. Während der Abschied des ablösefreien Alaba beschlossene Sache ist, dauert die Entscheidungsfindung im Fall Boateng an.

Frank Linkesch

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