Int. Fußball

2:0! Juve triumphiert im Derby d'Italia

Ibrahimovic rettet Milan - Lazios Polster wächst

2:0! Juve triumphiert im Derby d'Italia

Juve feiert den ewigen del Piero: Die "Alte Dame" triumphierte im Derby d'Italia.

Juve feiert den ewigen del Piero: Die "Alte Dame" triumphierte im Derby d'Italia. Getty Images

Juve vs. Inter - kaum ein Duell bringt in der Serie A größeres Getöse mit sich als das "Derby d'Italia", das am Sonntagabend in Turin eine neue Auflage erfuhr. Die Rollenverteilung hat sich im Vergleich zu den Vorjahren allerdings geändert (siehe Tabelle unten). Während die "Alte Dame" noch um die Meisterschaft mitspielt und unter der Woche ausgelassen den Einzug ins Pokalendspiel feierte, steckt Inter tief in der Krise und droht bei der Vergabe der Europacuptickets - wie Juve in der vergangenen Saison - erstmals seit 1999 leer auszugehen.

Die Tifosi begrüßten beide Teams am Sonntagabend mit einer Choreographie die das - natürlich ausverkaufte - neue Juve-Stadion umfasste. Dabei ging es einmal mehr auch um die den Turinern wegen des "Calciopoli"-Skandals aberkannten Meistertitel. Auf dem Platz entwickelte sich eine abwechslungsreiche Partie, der im ersten Durchgang einzig die Tore fehlten. Chancen gab es auf beiden Seiten zur Genüge. Matri vergab die größten für Juve, auf der anderen Seite parierte Buffon gegen Milito, Obi und Stankovic.

Nach dem Wechsel schlug das Pendel dann zugunsten der Bianconeri aus: Einen Distanzschuss von Marchisio konnte Inter-Torhüter Julio Cesar gerade noch mit den Fingerspitzen über die Latte befördern, doch nach der folgenden Ecke von Pirlo kam Caceres aus sieben Metern sträflich frei zum Kopfball - 1:0 (57.). Jetzt waren die Gastgeber am Drücker: Vucinic scheiterte noch an Julio Cesar, der kurz nach der Pause eingewechselte del Piero machte es besser. Von Vidal herrlich in die Gasse geschickt, behielt das Juve-Urgestein, das unter der Woche schon im Pokalhalbfinale gegen Milan getroffen hatte, vor dem Tor die Nerven. Es war das erste Liga-Saisontor des 37-Jährigen, der seine Karriere am Saisonende aller Voraussicht nach beenden wird.

Fast identisch, nur umgekehrt: der Rollenwechsel in Zahlen

Verein Saison 2010/11 (28. Spieltag) Saison 2011/12 (28. Spieltag)
Inter Mailand Platz 2, 56 Punkte Platz 8, 41 Punkte
Juventus Turin Platz 7, 41 Punkte Platz 2, 56 Punkte

Inters Widerstand war nun gebrochen. Quagliarella (78.) und Chiellini (85.) hatten noch Chancen auf das dritte Juve-Tor, doch es blieb beim 3:0. Damit bleibt der Rekordmeister auf vier Punkte an Tabellenführer Milan dran. Bei Inter, das im Übrigen ohne den verletzten Sneijder antrat, ist der Umbruch im Sommer nicht zu vermeiden, ob Trainer Claudio Ranieri ihm vorstehen wird, muss sich noch zeigen. Nach jetziger Lage darf es - allen Beteuerungen von Präsident Massimo Moratti zum Trotz - zumindest bezweifelt werden.

Napoli verspielt 2:0-Vorsprung - Lazio baut den Vorsprung aus

Marek Hamsik

2:0-Vorsprung verspielt: Napoli und Marek Hamsik (r.). Getty Images

Im Kampf um die Champions-League-Qualifikation hieß der Gewinner der Wochenendes Lazio. Nach zuletzt zwei Pleiten in Folge sah es für die Römer (ohne den verletzten Klose) gegen Cagliari lange nach dem nächsten Rückschlag aus. Doch eine Standardsituation bescherte den Laziali doch noch drei Punkte: Nach einem Ledesma-Freistoß köpfte Verteidiger Diakité zum späten 1:0 ein (88.). Wenig später rettete Lazio-Torhüter Marchetti gegen seinen Ex-Klub mit einer doppelten Glanztat den Sieg, durch den die Schützlinge von Edy Reja Platz drei behaupteten und ihren Vorsprung auf die Konkurrenz ausbauten.

Der SSC Neapel verspielte im Heimspiel gegen Catania nämlich einen 2:0-Vorsprung. Nach Treffern von Dzemaili (61.) und Cavani (67.) sah alles nach einem Sieg der Pokalfinalisten aus, doch dann forderten die Anstrengungen der vergangenen Wochen ihren Tribut. Ein Kopfballtor von Spolli (75.) brachte die formstarken Sizilianer, die zu den positiven Überraschungen der Saison gehören, wieder zurück ins Spiel. Als der eingewechselte Lanzafame den Ball nach einer weiteren Ecke zum 2:2 über die Linie stocherte, herrschte fünf Minuten vor Schluss endgültig Stille im Stadio San Paolo.

Begonnen hatte der Calcio-Sonntag zur Mittagszeit in Bergamo, wo Atalanta sich gegen den FC Bologna mit 2:0 durchsetzte. In der Tabelle zogen die Gastgeber durch den Sieg an den Rossoblu vorbei, beide Teams befinden sich aber schon mehr oder weniger in Sicherheit. Wesentlich mehr stand am Nachmittag im Tabellenkeller auf dem Spiel: Die letzten Vier waren unter sich.

Ein spektakuläres Abstiegsduell sahen die Zuschauer in Cesena, wo das abgeschlagene Schlusslicht gegen Parma nach dem letzten Strohhalm griff. Und es sah nicht schlecht aus für die Gastgeber, die einen 0:1-Pausenrückstand nach dem Wechsel per Doppelschlag drehten. Neue Hoffnung im Abstiegskampf? Nein, denn Paletta sorgte nach gut einer Stunde für das 2:2, bei dem es bis zum Ende blieb. Bei 14 Punkten Rückstand auf Parma, das den ersten Nicht-Abstiegsplatz belegt, dürfte der Abstieg für Cesena kaum noch zu vermeiden sein.

Auch das Ergebnis aus Novara dürfte die Schinkenstädter erfreuen. Die Gastgeber, die nach der Rückkehr von Coach Attilio Tesser zweimal gewonnen hatten, kamen im Duell 19. gegen 18. gegen US Lecce nicht über ein 0:0 hinaus. Weit in der Nachspielzeit hätte es fast noch geklappt, doch Morimoto jagte den Ball an die Latte! In der Abstiegsregion punktete am Sonntag niemand dreifach. Siena ergatterte bei Chievo immerhin ein 1:1, der CFC Genua rettete dank Palacios (89.) ein 2:2 gegen den AC Florenz. Beide sind noch nicht außer Gefahr.

Ibrahimovic muss alles alleine machen

Zlatan Ibrahimovic

Erzielte seine Tore Nummer 21 und 22: Zlatan Ibrahimovic. picture alliance

Milans Coach Massimiliano Allegri hatte vor dem Duell gegen den AS Rom am Samstag mal wieder eine lange Liste von Spielern, die er nicht einsetzen konnte. Maxi Lopez, Alexandre Pato, Pippo Inzaghi, Robinho, Ignazio Abate, Mathieu Flamini, Antonio Cassano und Rodney Strasser waren allesamt nicht dabei. Zudem musste Thiago Silva bereits nach zehn Minuten ausgewechselt werden , Zambrotta ersetzte ihn. Trotzdem dominierte Milan die erste Hälfte, hatte zahlreiche Chancen, brachte die Kugel aber nicht in die Maschen. Weitaus effektiver zeigte sich die Roma, denn gleich die erste Chance wurde eiskalt genutzt. Nach einer verunglückten Abwehraktion landete der Ball bei de Rossi, der an der Strafraumecke stehend abzog. Osvaldo lenkte den Ball aus kurzer Distanz ins Tor.

Nach dem Wechsel fuhr Milan doch noch den Lohn für die Arbeit ein. Und dafür ist in dieser Saison Zlatan Ibrahimovic zuständig. Der Schwede erzielte zunächst per Elfmeter den Ausgleich und sorgte in der Schlussphase sogar noch für den Sieg. Es waren seine Tore Nummer 21 und 22, damit bleibt er wohl auch nach diesem Spieltag der beste Torjäger in Italien. Den Handelfmeter hatte de Rossi verursacht, als er einen Schuss von Ambrosini abwehrte. Beim entscheidenden Treffer ließ Ibrahimovic erst Kjaer hinter sich, spielte dann Stekelenburg aus und netzte schließlich ins leere Tor ein. Neben den drei Punkten gab es eine weitere positive Nachricht. In der 55. Minute beendete Boateng seine längere Verletzungspause als er für Emanuelson ins Spiel kam.

Am Samstagabend gastierte Udine in Palermo und musste mit einem 1:1 zufrieden sein - in der vergangenen Saison triumphierte die Elf aus dem Friaul in Sizilien noch mit 7:0. Diesmal gingen die Süditaliener durch Miccoli mit 1:0 in Führung, doch Torje glich in der Schlussphase (84.) noch zum Endstand aus. Platz drei ist damit in Gefahr, denn am Sonntag spielt Konkurrent Lazio zu Hause gegen Cagliari Calcio.