Bundesliga 2015/16, 13. Spieltag
21:06 - 19. Spielminute

Tor 1:0
Lasogga
Foulelfmeter,
Rechtsschuss
Vorbereitung Ilicevic
HSV

21:05 - 19. Spielminute

Gelbe Karte
Bürki
Dortmund

21:15 - 29. Spielminute

Spielerwechsel
Cleber
für Spahic
HSV

21:27 - 41. Spielminute

Tor 2:0
Holtby
Rechtsschuss
Vorbereitung N. Müller
HSV

21:51 - 46. Spielminute

Spielerwechsel
Castro
für Kagawa
Dortmund

21:51 - 46. Spielminute

Spielerwechsel
Piszczek
für Ginter
Dortmund

22:01 - 55. Spielminute

Tor 3:0
Hummels
Eigentor, Kopfball
Vorbereitung Holtby
HSV

22:15 - 69. Spielminute

Spielerwechsel
Januzaj
für Reus
Dortmund

22:17 - 71. Spielminute

Spielerwechsel
Gregoritsch
für Kacar
HSV

22:28 - 82. Spielminute

Spielerwechsel
M. Diaz
für Holtby
HSV

22:32 - 86. Spielminute

Tor 3:1
Aubameyang
Linksschuss
Vorbereitung Januzaj
Dortmund

HSV

BVB

Dortmund beendet zwei Serien

Holtby und Hummels bringen die Entscheidung pro HSV

Pierre-Michel Lasogga

Legte vom Punkt das 1:0 für den Hamburger SV vor und jubelte mit Superman-Shirt: Pierre-Michel Lasogga. Getty Images

HSV-Coach Bruno Labbadia veränderte seine Startelf im Vergleich zum jüngsten 1:1 in Darmstadt auf drei Positionen: Jung, Ilicevic und der nach Bandscheibenvorfall genesene Kacar verdrängten Diaz (nach Länderspielreisen mit Chile), Gregoritsch und Schipplock auf die Bank.

Thomas Tuchel schickte dagegen nach dem knappen und spannenden 3:2 im Revierderby gegen Erzrivale Schalke 04 fast dieselben elf Akteure aufs Feld. Lediglich eine gern genommene Änderung nahm der Dortmunder Trainer vor: Der nach Faserriss wieder fitte Reus ersetzte Castro (Bank). Damit war auch klar: Kagawa startete nach 28.000 Reisekilometern mit der japanischen Nationalmannschaft von Beginn an.

In Gedenken an die Opfer von Paris

Bevor der Ball allerdings nach 15-minütiger Verspätung rollte, wurde im Volksparkstadion, das unter verstärkten Sicherheitskontrollen (Zuschauer, Ehrengäste und Journalisten wurden genauestens inspiziert) stand, eine Schweigeminute im Gedenken an die vielen Opfer im Zuge der Anschlagswelle in Paris. Im Vorfeld hatte Coach Labbadia aber vor zu viel Nachdenken gewarnt und gesagt: "Wir müssen auch funktionieren, es muss weiter gehen."

Ilicevic verzettelt sich und findet den Kontakt

Nachdem sich die Akteure aufgrund der 15-minütigen Verzögerung noch einmal warm gemacht hatten, erfolgte um kurz nach 20.45 Uhr der Anstoß. Schon nach der Anfangsviertelstunde gab es überraschende Erkenntnisse: Während der BVB um Ballkontrolle bemüht war und im Grunde mit mehr Ballbesitz und einer höheren Zweikampferfolgsquote aufwartete, hielt der HSV mit viel Einsatz und einigen Nadelstichen stark dagegen. Lasogga, Holtby & Co. gingen dabei teilweise furios ins risikoreiche Pressing über und setzten Hummels und seine Nebenmänner unter Druck.

Mit Erfolg, wie die 19. Minute zeigte: Ilicevic war zunächst nach einem steilen wie exzellenten Zuspiel von Holtby frei durch. Der Angreifer verzettelte sich aber, zog erst an Sokratis und dann nach rechts auch an Bürki vorbei. Der Kontakt war schließlich da, wurde dankend angenommen und Referee Zwayer entschied auf Elfmeter. Sturmtank Lasogga trat an und knallte das Leder humorlos nach kurzem Anlauf links neben den Pfosten ins Netz - 1:0. Es war im Übrigen erst das zweite HSV-Tor aus den vergangenen fünf Heimspielen.

Heißgelaufener Holtby legt nach

Lewis Holtby

Zeigte dem Favoriten aus Dortmund die Zunge: Torschütze Lewis Holtby. Getty Images

In der Folge zeichnete sich dasselbe Bild wie zuvor: Reihenweise näherten sich die Dortmunder mit ihren technisch überragenden Fußballern dem Strafraum an, doch einen Zugang fanden sie gegen Sakai, Kapitän Djourou oder Abräumer Kacar nicht. Mehr als ein Abschluss von Reus, den Adler zur Seite lenkte, sprang nicht heraus (23.).

Der HSV führte demnach nicht unverdient - und legte nach zwei krassen BVB-Fehlern glatt das 2:0 nach: Ginter spielte einen fatalen Rückpass direkt in Müllers Fuß. Der Angreifer nahm Tempo auf und wartete solange, bis Holtby über rechts kam und den nicht aufpassenden Weigl überholte. Es folgte ein humorloser Abschluss des bis dato in etlichen Zweikämpfen äußerst präsenten Mittelfeldmanns vor Torwart Bürki ins linke untere Eck (41.). Dabei blieb es bis zum Gang in die Katakomben.

Der 13. Spieltag

Hummels trifft - ins falsche Tor

Die Schwarz-Gelben starteten den zweiten Durchgang mit zwei personellen Wechseln: Ginter und der wohl doch nach knapp 30.000 Reisekilometern ausgelaugte Kagawa wurden von Piszczek und Castro vertreten. Viel besser wurde das Spiel aus Sicht der Westfalen aber nicht: Zwar generierten die Dortmunder etwas Druck und durch Reus und Schmelzer zwei ordentliche Gelegenheiten (50. und 52.), das Tor aber erzielten die Hausherren - wenngleich erneut unter gütiger Mithilfe des BVB: Hummels nickte eine Ecke von Holtby ohne Bedrängnis ins eigene Tor. Es stand tatsächlich 3:0 für den Bundesliga-Dino (55.).

Mats Hummels (links)

Die Entscheidung: Mats Hummels dreht nach seinem Eigentor ab, während die Hamburger feiern. picture alliance

Anrennen ja, Ertrag nein

Die Borussen probierten es auch in der Folge über rechts und Piszczek, über die Mitte und Gündogan oder über links und Schmelzer - doch gegen das enorm sicher stehende Defensivkonstrukt des Gastgebers fanden sie keinerlei Lücken. Was auch daran lag, dass Reus, Mkhitaryan & Co. nahe des Strafraums zu viele Flüchtigkeitsfehler produzierten. Die Hanseaten lehnten sich derweil zurück und lauerten auf Räume zum Kontern.

Ergebniskosmetik durch Aubameyang

Symptomatisch wurde es in der 63. Minute, als Aubameyang nach toller Flanke von Piszczek freistehend im Zentrum den gut aufpassenden Adler anschoss. Das hätte der Anschluss sein müssen. Nur eine Minute später verzog zudem Gündogan. Das war es allerdings schon mit dem kleinen BVB-Feuerwerk, denn in der Folge zogen sich die Hamburger noch weiter zurück und schlossen damit die Räume komplett. Gegen das dichte Geflecht fehlten den Westfalen schließlich komplett die Ideen, es ging fast nichts mehr.

Fast deswegen, weil in den finalen Minuten doch noch einmal stark aufgespielt wurde: Gündogan scheiterte zunächst mit einem platzierten direkten Freistoß an einer Glanzparade von Adler (76.). Der HSV-Keeper war es auch, der nach Aubameyangs 1:3 nach tollem Pass von Joker Januzaj (86.) mit überragenden Aktionen gegen Castro und Aubameyang zur Stelle war (90.+1). Zudem scheiterte Januzaj noch am Pfosten (90.+2).

Mit dem 3:1 für den Nord-Klub endeten damit zwei Serien des BVB: Immerhin gelang nach zuvor drei Spielen ohne eigenes Tor ein Treffer gegen die Hanseaten, während nach 19 Freitagabendspielen ohne Niederlage mal wieder eine Pleite zu Buche stand.

Auf den HSV wartet am Samstag (15.30 Uhr) das Nord-Derby in Bremen. Die Borussia reist zunächst in der Europa League zu FK Krasnodar (Donnerstag, 17 Uhr), ehe in der Liga am Sonntag (15.30 Uhr) der VfB Stuttgart zu Gast ist.

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Bilder zur Partie Hamburger SV - Borussia Dortmund